Lesen als Zeitvertreib

Menschen / 19.11.2020 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lesen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Hildegard Breiner. Hartinger
Lesen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Hildegard Breiner. Hartinger

Die VN fragen nach: Greifen Sie in diesen Tagen vermehrt zu einem spannenden Buch?

Schwarzach Ausgehen und Freunde treffen ist in Zeiten des Lockdowns nicht möglich. Viele nutzen die Zeit, um es sich mit einem guten Buch auf der Couch bequem zu machen. Die VN haben bei Vorarlbergern nachgefragt, ob sie derzeit vermehrt zu einer spannenden Lektüre greifen.

Künstler und Grafikdesigner
Edgar Leissing beschreibt sich als Urlaubsleser. „Ich muss mich konzentrieren können, hineinziehen lassen in die Thematik. Das geht so neben meiner künstlerischen Arbeit nicht. Derzeit habe ich aber eher wenig Zeit zum Lesen. Meine Corona-Zeichnungen, die ich täglich mache, nehmen viel Zeit in Anspruch. Die erste Reihe hat mich schon über den Sommer gerettet. Nun bin ich wieder mittendrin und versuche mehr vom Akt wegzukommen, mehr in Richtung Mimik, weil diese quasi nur noch über die Augen sichtbar ist“, erzählt der 60-Jährige. Radiohören ersetzt bei ihm das Lesen derzeit, gerne mit Diskussionen, Hörbüchern etc. – zum Mithören sozusagen. „Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war von Joachim Meyerhoff ,Hamster im hinteren Stromgebiet‘. In dem er den Aufenthalt im Krankenhaus beschreibt nach seinem Schlaganfall – sehr beeindruckend und sehr nah an persönlichen Erfahrungen, die ich selbst im Krankenzimmer gemacht habe“, so der Schwarzacher.

Fan von Fachliteratur

„Ich lese ganz Unterschiedliches“, sagt Wirtschaftspädagoge Franz Josef Köb. An erster Stelle steht bei ihm nach wie vor Fachliteratur. Derzeit das neue Buch „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Prof. Joachim Bauer. Darin erläutert der Arzt und Neurowissenschaftler die Bedeutung der Empathie, des Mitgefühls, für das gemeinsame Überleben von Menschheit und Natur. „Was ich in diesen Wochen auch gerne mache: Ich nehme ein altes Buch zur Hand, das ich vor Jahrzehnten gelesen habe und lese es erneut“, so der Autor und Referent.

Für Russ-Preis-Trägerin Hildegard Breiner ist Lesen seit Kindheitstagen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen, die leider oft durch die täglichen Dringlichkeiten zurückgestellt werden musste. „Aber jetzt! Momentan genieße ich und staune über ,Das geheime Leben der Bäume‘ von Peter Wohlleben“, sagte die 84-jährige Obfrau des Naturschutzbundes.

„Um Literaturtipps bin ich nicht verlegen. Gerade jetzt, da wir nicht reisen können, lässt es sich so schön vertiefen in fremde literarische Welten. Gerade habe ich Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah gelesen, ein 600-Seiten-Wälzer von 2014“, sagt Cornelia Schuster von der Stadtbibliothek Dornbirn. Das Thema ist das Leben der amerikanischen Schwarzen aus Sicht einer Nigerianerin. Vom Umfang her genau das Gegenteil: Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand. In einem schmalen Band erzählt Wunnicke von der Begegnung des Naturforschers Carsten Niebuhr mit Meister Musa, dem persischen Astronomen auf einer gottverlassenen Insel im Jahr 1764“, so die 58-Jährige. VN-swe, MIK

Cornelia Schuster hat gerade einen 600-Seiten-Wälzer gelesen. Schuster
Cornelia Schuster hat gerade einen 600-Seiten-Wälzer gelesen. Schuster
Gerade in Zeiten des Lockdowns, erfreut sich das Lesen großer Beliebtheit. dpa
Gerade in Zeiten des Lockdowns, erfreut sich das Lesen großer Beliebtheit. dpa
Franz Köb liest Unterschiedliches. An erster Stelle steht Fachliteratur. Köb
Franz Köb liest Unterschiedliches. An erster Stelle steht Fachliteratur. Köb

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