Eltern in der Coronakrise

Menschen / 20.11.2020 • 20:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch Daniel Mutschlechner wird derzeit aus der Konfortzone gestoßen. VN/Steurer
Auch Daniel Mutschlechner wird derzeit aus der Konfortzone gestoßen. VN/Steurer

Die VN fragen nach: Wie schaffen Sie es, Kinderbetreuung und Job jetzt unter einen Hut zu bringen?

Schwarzach Schulkinder und Kindergärtler sollten derzeit möglichst zuhause bleiben. Viele Firmen haben wieder auf Homeoffice umgestellt. Großeltern, die zur Risikogruppe gehören, fallen als Betreuer vorerst aus. Kurzum: Der Corona-Lockdown stellt Eltern vor massive Herausforderungen. Die VN haben bei prominenten Vorarlbergern nachgefragt, wie sie Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bekommen.

„Wir haben derzeit nicht den Anspruch, alles unter einen Hut zu bringen, das allein erleichtert schon ein wenig“, sagt Daniel Mutschlechner (42), Geschäftsführer des Jugend- und Bildungshauses St. Arbogast. Es gehe eher darum, mit vereinten Kräften halbwegs durch den Ausnahmezustand zu kommen. „Zwar werden wir aus der Komfortzone gestoßen, aber wir haben zu essen, die Heizung läuft und das W-LAN funktioniert – und ich bin mir sicher, dass die Lage bald wieder besser wird. Bis dahin sollten wir zusammenhalten, die Regeln befolgen, unsere stärkere Gereiztheit aushalten und uns nicht von jeder Schlagzeile verrückt machen lassen“, ergänzt der Dornbirner.  

Ingrid Hofer (44) bleibt während des Lockdowns nichts anderes übrig, „als den Hauptteil meines Jobs abends zu erledigen, sobald die Kinder im Bett sind. Die Schulaufgaben füllen nämlich unseren Vormittag aus und nachmittags sind wir draußen an der frischen Luft“, erläutert die Schauspielerin, Liedermacherin und Erfinderin Teddy Eddy. Als Frau sei man das ‚jonglieren‘ ja gewöhnt, „dass wir damit allerdings in die 50er-Jahre zurückgeworfen werden, gefällt mir überhaupt nicht“, macht die Lustenauerin deutlich. Die Kinderbetreuung in der Phase des Lockdowns sei für viele sehr schwer zu organisieren, meint auch Günter Brunner, Vertriebsleiter der Mohrenbrauerei. „Bei uns übernimmt hauptsächlich meine Frau diesen Part. Da sie als selbstständige Grafikerin von zu Hause aus arbeitet, ist es in dieser Phase ein Vorteil“, berichtet er. Mit zwei Volksschulkindern sei sie am Vormittag allerdings nur mit dem Distance Learning beschäftigt, ein effektives Arbeiten  daneben kaum möglich. Brunner: „Ganz ohne Betreuung in der Schule wird es nicht gehen.“

Stefan Damm ist normalerweise als Zirkuspädagoge und Clown Pompo unterwegs. „Im Lockdwon kann ich meinen Beruf leider nicht ausführen“, bedauert der Schwarzacher. „Dafür ist mein geliebter zwölfjähriger Sohn, der sonst in Innsbruck lebt, bei mir. Wir erleben viel wertvolle gemeinsame Zeit und lassen uns miteinander auf das Jetzt ein.“ VN-MIK 

Stefan Damm kann seinen Beruf im Lockdown nicht ausüben. Damm
Stefan Damm kann seinen Beruf im Lockdown nicht ausüben. Damm
Schulkinder und Kindergärtler sollten derzeit möglichst zuhause bleiben. Für viele Eltern wird das zum Kraftakt. VN/Steurer
Schulkinder und Kindergärtler sollten derzeit möglichst zuhause bleiben. Für viele Eltern wird das zum Kraftakt. VN/Steurer
Ganz ohne Betreuung in der Schule werde es nicht gehen, sagt Günter Brunner. Todorovic 
Ganz ohne Betreuung in der Schule werde es nicht gehen, sagt Günter Brunner. Todorovic 

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