Yoga in den Bergen: Im Hier und Jetzt sein

Menschen / 22.07.2021 • 16:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die herrliche Bergkulisse bietet den stimmigen Hintergrund bei den Yoga-Übungen auf der Plattform neben der Wolf-Hütte.
Die herrliche Bergkulisse bietet den stimmigen Hintergrund bei den Yoga-Übungen auf der Plattform neben der Wolf-Hütte.

Marilena Walch bietet als Yoga-Lehrerin ein umfassendes Angebot.

LECH „Yoga ist mehr als einzelne Bewegungsübungen. Es ist eine Verbindung von Atmung und Bewegung“, erläutert Marilena Walch. Die junge Lecherin ist überzeugt, dass durch das bewusste Innehalten eine Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken stattfindet. Diese Reflektion sei eine ideale Basis bei Entscheidungsfindungen.

Marilena Walch führt eine Kopfstand-Variation „Salamba Shirshasana“ durch.
Marilena Walch führt eine Kopfstand-Variation „Salamba Shirshasana“ durch.

Zum Yoga kam sie anlässlich eines Praktikums in Wien: „Ich wollte meine freie Zeit sinnvoll nützen und habe verschiedene Yogastudios in Wien besucht. Von den Praxisübungen war ich so begeistert, dass ich diese intensiviert und täglich umgesetzt habe.“

Die Begeisterung für Yoga führte sie nach Abschluss des Studiums nach Indien, um dort ein Yoga Teaching Training zu absolvieren: „Der Ashram, in dem der Unterricht stattfand, befand sich mitten in der Natur. Für mich war das ein sehr prägender Monat und eine sehr schöne Zeit mit Teilnehmern aus der ganzen Welt“, erzählt sie.

Stimmiger Hintergrund

Wieder zurück in Lech bietet sie seit zwei Jahren Yoga im Einzel- oder Gruppenunterricht an. Außerdem ergänzt die 26-jährige Arlbergerin ihr Angebot mit Yoga über das Wochenprogramm von Lech Erleben, welches in der Lech Card inkludiert ist: „Wir fahren jeden Mittwoch mit der Oberlechbahn und weiter mit der Peterbodenbahn zu der Plattform neben der Wolf Hütte. Inmitten dieser Bergkulisse ist es ein besonderes Erlebnis, an diesen Yogastunden teilzunehmen. Seit Kurzem habe ich auch eine Geh-Meditation mit Yogaübungen im Programm. Der Weg führt uns durch den Wald zum dortigen Schwimmbad, wo wir dann an einem sehr stimmungsvollen Platz unsere Übungen praktizieren.“

Ein Kernthema sei Entschleunigung: „Oft werden im Urlaub viele Aktivitäten nacheinander konsumiert. Gerade da bietet sich die Geh-Meditation an, um sich zu erden. Die Sinne werden geschärft, dadurch wird die Landschaft viel besser wahrgenommen, und die Teilnehmer landen mit ihren Gedanken im Hier und Jetzt“, weiß Marilena Walch.

Freiräume gönnen

Dieses Im-Hier-und Jetzt-Sein sei ein wesentliches Ziel der Yoga-Übungen: „Ich ertappe mich selber immer wieder, dass sich die Gedanken wie Kreisel drehen. Einerseits gehen sie in die Vergangenheit, was oft mit Wehmut verbunden ist, aber auch durch die Gedanken an die Zukunft können sich oftmals Ängste und Hoffnungen einstellen.“ Natürlich müsse man die nächsten Schritte planen, aber ganz wichtig sei es, sich Freiräume zu gönnen, denn dadurch entstehe neugewonnene Kreativität: „In meinen Yoga-Stunden versuche ich immer, individuell auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen. Das erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen, denn vielfach befinden sich gleichzeitig Yoga-Erfahrene und Anfänger in einer Gruppe.“

Es sei ihr ganz wichtig, dass jeder Teilnehmer etwas für sich selber aus den Yoga-Stunden mitnehmen könne: „Jeder hat seinen eigenen Zugang zur Erdung. Dies kann etwa Zeichnen, Nähen, ein Spaziergang im Wald oder Kräutersammeln sein. Für mich ist intuitives Schreiben und jeden Tag Yoga zu praktizieren ein solches Tool. Meine Yoga-Einheiten führe ich liebsten am Morgen durch, um gestärkt in den Tag zu gehen. Die Übungen am Abend zu praktizieren, hilft mir, die Anspannungen des Tages zu lösen und entspannt in den Schlaf zu gleiten.“BI

„In meinen Yoga-Stunden versuche ich immer, individuell auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen.“

Marilena Walch strahlt die wohltuende Wirkung von Yoga auch persönlich aus.
Marilena Walch strahlt die wohltuende Wirkung von Yoga auch persönlich aus.