Für eine gerechtere Welt

Menschen / 05.01.2022 • 17:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Freizeit zieht es den 28-Jährigen oft in die Berge.

In der Freizeit zieht es den 28-Jährigen oft in die Berge.

Michael Ströhle ist der neue Leiter der Dreikönigsaktion in Vorarlberg.

Dornbirn Heute, am 6. Jänner, feiert die katholische Kirche das Fest der Heiligen Drei Könige. Für die Sternsinger bedeutet das Hochsaison. Allein in Vorarlberg sind um das Datum herum über 3000 Kinder und Jugendliche sowie 1500 Begleitpersonen unterwegs. Das Geld, das sie dabei sammeln, kommt notleidenden Menschen in den ärmsten Ländern der Welt zugute. Im Fokus stehen heuer die indigenen Völker in Brasilien, die mit ihrer Lebensweise den Regenwald gegen Ausbeutung und Zerstörung verteidigen.

Michael Ströhle ist seit September für die Sternsinger in Vorarlberg zuständig. Zu seinen Hauptaufgaben zählen die Vorbereitung, Organisation und Unterstützung der Aktion. Hinzu kommen die anwaltschaftliche Arbeit und Bildungsarbeit. „Ein Anliegen der Dreikönigsaktion ist es auf globale Missstände aufmerksam zu machen. Wir bieten Workshops für Kinder- und Jugendgruppen sowie für Schulklassen an. Zudem gibt es die Möglichkeit, mittels Lerneinsatz begleitet in eines unserer Projektländer zu reisen und dort zu sehen, wie moderne Entwicklungszusammenarbeit funktioniert, oder mit dem Solidareinsatz eine längere Zeit einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen“, erläutert er. 

Auslandsjahr

Der 28-Jährige ist in Innsbruck aufgewachsen. Nach der Matura studierte er Theologie. Davor verbrachte er ein freiwilliges soziales Auslandsjahr in Indien. „In Raiganj in Westbengalen sind auch viele Themen und Fragen bei mir aufgekommen, die mich seitdem nicht mehr loslassen. Fragen nach sozialer Gerechtigkeit in einer globalisierten Welt. Durch das Studium und jetzt durch die Arbeit bei der Dreikönigsaktion kann ich Kontakte über die ganze Welt knüpfen und auf soziale Probleme und Ungerechtigkeiten aufmerksam machen, aber auch durch die über 500 Hilfsprojekte der Dreikönigsaktion einen solidarischen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten“, erzählt Michael Ströhle, der früher selbst als Sternsinger unterwegs war. 

Durch seine Verwandtschaft und seine Frau ist der gebürtige Tiroler schon länger mit Vorarlberg verbunden. Als er beruflich die Möglichkeit bekam, sich für die Dreikönigsaktion zu engagieren, zögerte er nicht lange. „Ich finde es großartig, wenn Kinder und Jugendliche Sternsingen gehen, um ihren Beitrag zu einer gerechten Welt zu leisten. Sternsingen ist ein schönes Zeichen gelebter Solidarität“, unterstreicht er. Die als Caspar, Melchior oder Balthasar verkleideten Kinder und Jugendlichen verkünden auf ihrer Solidaritätstour die weihnachtliche Friedensbotschaft und überbringen den Segen für das neue Jahr.

Was sich der Vorarlberger Sternsinger-Chef für 2022 wünscht? „Durch Corona haben viele Menschen den Wunsch nach individueller Freiheit geäußert. Auch ich vermisse diese Freiheit, aber ich hoffe, dass wir durch unsere individuellen Wünsche die Gemeinschaft und Gesellschaft nicht aus den Augen verlieren.“ vn-ger

„Bei meinem Aufenthalt in Westbengalen sind viele Themen und Fragen bei mir aufgekommen.“

Als Kind war er selbst als Sternsinger unterwegs, jetzt kümmert er sich im Dornbirner Büro der Jungen Kirche um die Organisation.

Als Kind war er selbst als Sternsinger unterwegs, jetzt kümmert er sich im Dornbirner Büro der Jungen Kirche um die Organisation.

Michael Ströhle mit den Hatlerdorfer Sternsingerinnen Isabella, Anja und Elena sowie Begleitperson Olga.
Michael Ströhle mit den Hatlerdorfer Sternsingerinnen Isabella, Anja und Elena sowie Begleitperson Olga.

Zur Person

Michael Ströhle

ist bei der Jungen Kirche für die Dreikönigsaktion in Vorarlberg verantwortlich

Geboren 6. März 1993 in Innsbruck

Ausbildung Theologiestudium

Hobbys Bergsport

Familie verheiratet

Lieblingsessen südindisches Biryani

Wohnort Hohenems

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.