50 Jahre auf dem Thron

Menschen / 13.01.2022 • 21:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
50 Jahre auf dem Thron

Wegen Corona muss Königin Margrethe II. von Dänemark jedoch auf große Feierlichkeiten verzichten.

Kopenhagen Wie schon beim 80. Geburtstag im April 2020 können wegen der Coronapandemie auch die großen Feierlichkeiten rund um das 50. Thronjubiläum der dänischen Königin Margrethe II. nicht wie geplant stattfinden und sind deshalb in den Spätsommer verschoben worden.

Offiziell gewürdigt wird sie aber trotzdem: Nachdem die 81-jährige Monarchin den Tag am Morgen mit einem Treffen mit der dänischen Regierung eingeleitet hat, wird ihr Jubiläum im Parlament in Kopenhagen gefeiert. Im Anschluss reist Margrethe in den Mittagsstunden zum Dom von Roskilde, wo anlässlich des 50. Todestages ihres Vaters Frederik IX. ein Kranz niedergelegt wird.

Voller Tatendrang

Margrethe ist seit dem 14. Jänner 1972 Oberhaupt des dänischen Königreichs und scheint immer noch voller Tatendrang. Sie malt, unternimmt Reisen und ist bei ihren Landsleuten weiterhin äußerst beliebt. 31 Jahre war Margrethe alt, als sie vor 50 Jahren noch in Trauer um ihren Vater König Frederik IX. den dänischen Thron bestieg. Sie war damals bereits mit dem französischen Grafen Henri de Laborde de Monpezat verheiratet und hatte zwei Söhne mit ihm – den damals vierjährigen Frederik und den dreijährigen Joachim.

Prinzgemahl Henrik, wie der Graf in Dänemark genannt wurde, machte kein Geheimnis aus seinem Jahrzehnte währenden Frust, nie zum König ernannt worden zu sein. 2015 sagte Henrik seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zu Margrethes 75. Geburtstag aus gesundheitlichen Gründen ab. Am Ende jenes Jahres gab Margrethe den Rückzug ihres Mannes von seinen offiziellen Pflichten bekannt. Im Februar 2018 starb Henrik im Alter von 83 Jahren.

Margrethe II. meistert ihre Aufgaben als Königin jedoch weiterhin gut. „Eines der ungewöhnlichen Dinge bei ihr ist, dass sie nie in irgendwelche Skandale verwickelt war“, sagt der Kopenhagener Historiker Lars Hovbakke Sörensen. Eines ihrer wenigen bekannten Laster, das Rauchen, tut ihrer Beliebtheit keinen Abbruch – zumal sie es seit 2006 nicht mehr in der Öffentlichkeit tut.

Die stets in farbenfrohe Outfits gekleidete Monarchin ist bekannt für ihren Optimismus sowie ihr soziales Engagement. Ihre Ansprachen an ihr Volk sind direkter und weniger förmlich als die Reden anderer europäischer Monarchen. 

Außer ihren Pflichten als Königin hat die achtfache Großmutter noch viele andere Betätigungsfelder. Als sprachbegabte Intellektuelle war sie an mehreren Übersetzungen beteiligt. 1981 etwa erschien die Dänisch-Übersetzung von Simone de Beauvoirs Roman „Alle Menschen sind sterblich“, die sie mit ihrem Ehemann unter Pseudonym veröffentlichte. Die Königin entwarf Kostüme und Szenerien für Theaterstücke und Fernsehserien und illustrierte eine 2002 erschienene Neuauflage von J.R.R. Tolkiens Klassiker „Der Herr der Ringe“. Ihre Gemälde werden sowohl in dänischen Museen und Galerien als auch im Ausland ausgestellt.

Im April wird sie 82, aber wie auch Königin Elizabeth II. denkt sie nicht daran abzudanken, sagt Expertin Gitte Redder, die mehrere Bücher über das dänische Königshaus geschrieben hat.

Margrethe wurde am 14. Jänner 1972 vom Ministerpräsidenten zur Königin von Dänemark proklamiert. Rechts: die Königin und Prinz Harald beim 25. Thronjubiläum.
Margrethe wurde am 14. Jänner 1972 vom Ministerpräsidenten zur Königin von Dänemark proklamiert. Rechts: die Königin und Prinz Harald beim 25. Thronjubiläum.
Königin Margrethe II. ist beim Volk äußerst beliebt. Reuters
Königin Margrethe II. ist beim Volk äußerst beliebt. Reuters

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