“Die Kollegen werde ich sicher vermissen”

Menschen / 13.04.2022 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jan-Gregor Kremp spielte in zahlreichen Filmen und Serien. dpa
Jan-Gregor Kremp spielte in zahlreichen Filmen und Serien. dpa

Jan-Gregor Kremp über sein bevorstehendes Ende bei “Der Alte“.

München Seit zehn Jahren ist er „Der Alte“, doch bald ist Schluss: Jan-Gregor Kremp hört als Hauptdarsteller der beliebten ZDF-Krimireihe auf. Bis es soweit ist, darf Kremp aber noch ein paarmal den Kommissar Richard Voss spielen, der in München mit seinen Kollegen auf Mörderjagd geht. Im 90-minütigen Spielfilmspecial „Der Alte: Tod am Kliff“ am Karfreitag, zieht es Voss zur Lösung eines komplexen Falls an die Ostsee.

Herr Kremp, in ein paar neuen Folgen von „Der Alte“ sind Sie zwar noch zu sehen, aber Sie möchten den Hut als Kommissar demnächst an den Nagel hängen. Warum hören Sie auf?

Kremp Der Entschluss ist in den letzten Jahren gereift, und da ich dieses Jahr 60 werde, habe ich gedacht, es muss noch mal was anderes kommen. Alles hat seine Zeit, zudem habe ich große Lust, wieder mehr Zeit mit der Familie daheim in Leverkusen zu verbringen.

Welche Rolle spielt Ihre Frau, die Schauspielerin Johanna Gastdorf, bei der Entscheidung?

Kremp Ich habe das natürlich mit ihr besprochen, die Entscheidung aber allein gefällt. Sie hat mich darin bestärkt und den schönen Satz gesagt: „Du bist ja auch kein Kommissar, sondern Schauspieler.“

Sie wollen künftig den Bootsführerschein machen und viel wandern, heißt es. Wo geht’s denn hin?

Kremp Aufs Wandern bin ich gekommen, weil ich in der Pandemie angefangen habe, täglich zehntausend Schritte zu gehen und ein bisschen durchs Bergische Land gelaufen bin. Meine Eltern, die mittlerweile verstorben sind, sind mal den Jakobsweg gegangen – und so etwas in der Art schwebt mir auch vor.

Werden Sie auch wieder verstärkt Klavier und Trompete spielen? Diese beiden Instrumente haben Sie während Ihres Musikstudiums studiert.

Kremp Unbedingt, das liegt mir sehr am Herzen. Meine Soloprogramme, bei denen ich Klavier gespielt habe, sind in den vergangenen Jahren auch etwas zu kurz gekommen, da will ich wieder ran. Ich will auch wieder was mit befreundeten Musikern in Leverkusen auf die Beine stellen.

Wie geht’s denn als Schauspieler für Sie weiter?

Kremp Es gibt ein paar neue Projekte, die angedacht sind, aber noch nichts Konkretes. Ich warte da ganz entspannt, was auf mich zukommt.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf zehn Jahre „Der Alte“ zurück?

Kremp Ich bin dankbar, dass ich das machen durfte. Am Anfang denkt man sich ja insgeheim bei so einer erfolgreichen Krimireihe, das läuft irgendwie von selber (lacht). Aber das ist überhaupt nicht so, man muss sich immer neu erfinden, das ist schon ein Fulltimejob.

Überhaupt nicht wehmütig?

Kremp Doch, ein bisschen schon. Die zehn Jahre mit dem Team haben mich wirklich ganz eng mit Leuten zusammengeschweißt, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Die Kollegen werde ich sicher vermissen, ganz ohne Trennungsschmerz wird es nicht abgehen.

Sie sind noch ein paar Mal als Kommissar Voss zu sehen, bis er vom Bildschirm verschwindet. Wie wird es mit ihm enden?

Kremp Das darf ich natürlich nicht verraten. Nur soviel: Es wird keine Explosion geben und er wird auch nicht erschossen. Das würde auch nicht zu ihm passen (lacht).

Was halten Sie von Thomas Heinze, der Ihr Nachfolger in „Der Alte“ wird?

Kremp Ich kenne ihn und finde, dass Thomas ein sehr guter Schauspieler ist. Eine gute Wahl. maw

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