Corona als Wegweiser

Menschen / 29.04.2022 • 20:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aktuell ist die Altacherin mit dem Krankenpflegeverein unterwegs.
Aktuell ist die Altacherin mit dem Krankenpflegeverein unterwegs.

Angelika Mayer unterstützt mit Arbeitskraft statt Geldspenden.

Altach Der erste Lockdown war schwer für uns alle. Mund-Nasen-Schutz, der Babyelefant, Desinfektionsmittel und täglich mehrmals für mindestens 30 Sekunden Händewaschen standen auf der Tagesordnung eines jeden. Während sich bei den älteren Generationen viel Angst und Ungewissheit breit machen, verstanden die Jugendlichen vielfach nicht, wieso ihnen die sozialen Kontakte nun verwehrt wurden. Die Politik war überfordert mit der Bewältigung des neuen Virus, die Krankenhäuser sowie Pflegekräfte waren überlastet. Anstrengung und Übermüdung standen dem Gesundheitspersonal ins Gesicht geschrieben. In genau dieser Zeit spielte Angelika Mayer mit dem Gedanken, sich für einen Pflegeberuf umschulen zu lassen.

Es ist nie zu spät

Ihr Sohn Julian war bereits in einer Ausbildung zur Pflegefachkraft – die Altacherin war sehr angetan von der Berufswahl ihres Sohnes. „Ich war immer ganz neugierig, was Julian zu berichten hatte – über seine Ausbildung habe ich ihn auch täglich ausgefragt. Irgendwann dachte ich mir dann, dass ich doch selbst mit einer Ausbildung in der Pflege beginnen könnte“, schwelgt die zweifache Mama lachend in Erinnerungen. Die Idee der Umschulung war geboren. Nach anfänglichen Überlegungen, ob es nicht schon „zu spät“ für einen solchen Berufswechsel sei, versuchte die damals 49-Jährige ihr Glück. Zuvor war Angelika Mayer als gewerbliche Masseurin in Selbstständigkeit tätig. Sie setzte sich mit Connexia, einer Gesellschaft für Gesundheit und Pflege, in Verbindung und informierte sich über die notwendigen Schritte. Nach einem Informationsgespräch bewarb sie sich an einer Schule für Pflegefachkräfte.

Im Herbst 2020 legte die Altacherin die Aufnahmeprüfung ab und bekam bereits Anfang Dezember die Zusage. Seit April 2021 ist es nun Wirklichkeit. Angelika Mayer steht aktuell mitten in der Ausbildung zur Pflegefachassistentin. Die Ausbildung verläuft in wechselnden Blöcken – jeweils ein Schulblock mit lehrreichem Inhalt gefolgt von einem Praktikumsblock. So können die Schüler theoretische Inhalte direkt in der Praxis anwenden und miteinander verknüpfen. Die Schule macht ihr sehr großen Spaß, die Arbeit erfüllt sie vollkommen. „Ich profitiere auch privat von dieser Ausbildung im Gesundheitswesen. Vor allem aber die Dankbarkeit und das direkte Feedback der Klienten geben mir enorm viel“, betont die Altacherin. Dass die Ausbildung durch Corona erschwert wird und im Weiteren auch erschwerte Arbeit bedeutet, störte sie jedoch keineswegs. „In der schwierigen Zeit der Pandemie wollte ich einen sinnvollen Beitrag leisten“, erwähnt sie im Gespräch. Generell ist Angelika Mayer sehr sozial eingestellt, möchte jedoch nicht in Form von Geldspenden helfen – sie packt lieber selbst mit an.

Breites Band an Möglichkeiten

In ihrer Ausbildung durchläuft die zukünftige Pflegefachassistentin mehrere Stationen. Im Krankenhaus und Altenpflegeheim war sie bereits tätig. Momentan ist sie mit dem Krankenpflegeverein unterwegs. Während eines Praktikumblocks war sie auch auf der Coronastation eines Krankenhauses eingeteilt. „Wir waren von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gehüllt. Atmungsaktiv war diese Plastikkleidung keineswegs, nach getaner Arbeit waren wir schweißgebadet und erschöpft“, erklärt Angelika Mayer. Die Altacherin betont, wie großartig das Team der Station zusammengearbeitet hat, sie war gerne dort. VN-SAH

„In dieser schwierigen Zeit der Pandemie wollte ich einen sinnvollen Beitrag leisten.“

Am eigenen Teich im Garten tankt Angelika Mayer Kraft und entspannt.
Am eigenen Teich im Garten tankt Angelika Mayer Kraft und entspannt.
Ihr größtes Hobby ist das Nähen von Patchwork-Kissen und -Decken für Freunde und Familie. Mayer
Ihr größtes Hobby ist das Nähen von Patchwork-Kissen und -Decken für Freunde und Familie. Mayer

Zur Person

Angelika Mayer

Pflegefachassistentin in Ausbildung

Geboren 1971

Wohnort Altach
Hobbys Patchwork/Nähen, Schwimmen, Radfahren
Familie Zwei Kinder, Julian und Lena
Lebensmotto Behandle alle Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest