Ein Punkrocker wird 60

Menschen / 21.06.2022 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Frontman der „Toten Hosen“ feiert heute runden Geburtstag.

berlin, düsseldorf Es scheint ihn selbst ein wenig überrascht zu haben – aber heute wird Campino, seit vier Jahrzehnten Frontmann der Punkrock-Band „Die Toten Hosen“, tatsächlich 60. Campino – bürgerlich Andreas Frege, 1962 geboren als Sohn des Richters Joachim Frege und der Hausfrau Jennie Frege – hat eine sehr überzeugende Menschenfänger-Natur. Der Erfolg über so viele Jahrzehnte und die Nähe zu den Leuten seien “ein Riesengeschenk”, sagt er im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Stabilität

Dass die Toten Hosen trotz einiger Besetzungswechsel so stabil und populär sind, hat viel mit Campino zu tun. Denn der ist “nicht nur der Sänger, sondern auch das Gesicht der Band”, wie es auf der Hosen-Website heißt. Mit Charme und Willensstärke hält er den Laden zusammen, absolviert fast alle Medien-Auftritte, äußert sich so offenherzig wie reflektiert zu Politik und Gesellschaft – über Klimaschutz, Rechtsextremismus oder zuletzt auch die Wehrbereitschaft nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Den für Rockband-Leitfiguren fast normalen Wunsch nach musikalischen Egotrips habe er indes nie verspürt, betont der Deutsch-Brite. Campinos Seitensprünge sahen anders aus: “Mal ein halbes Jahr unterwegs zu sein als “Mackie Messer” aus der “Dreigroschenoper” im Theater, einen Film mit Wim Wenders zu drehen.” Oder ein Fußball-Buch zu schreiben, den Bestseller “Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde” (2020), inklusive Lesereise. Solche Erfahrungen hätten dann auch für die Hosen “positive Impulse gebracht”.

Ruhiger Geburtstag

Dass er nach seiner nicht immer gesunden Punk-Lebensweise nun 60 werde, sei “erstmal schön – als ich 20 war, schien das für mich unvorstellbar”, sagt Campino breit grinsend. Um dann, wieder ernsthaft, hinzuzufügen: “Man kann schon ganz oft erkennen, dass man älter geworden ist, und muss sich von jeder Menge Sachen verabschieden. Aber gleichzeitig hat man Raum, um andere Sachen zu entdecken.”

Über Campino als private Person weiß man recht wenig. Dass er 2019 erstmals geheiratet hat, gab er mit Verspätung und nur beiläufig preis – den Namen der Ehefrau aber bis heute nicht. Für seinen Geburtstag hat er keine großen Feier-Exzesse geplant: “Bei mir wird nicht viel passieren, ich gehe heute nicht raus.”