„Man muss auch mal einen raushauen“

Menschen / 24.06.2022 • 22:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Barbara Schöneberger zur neuen Ausgabe von „Verstehen Sie Spaß?“ und warum sie wenig von politisch korrektem Humor hält.

Berlin Ihr Debüt als neue Moderatorin von „Verstehen Sie Spaß?“ begann im April mit einer Panne: Wegen eines Tonausfalls war Barbara Schöneberger für viele Fernsehzuschauer minutenlang zu sehen, aber nicht zu hören. Am heutigen Samstag (20.15 Uhr, ORF 1, ARD) präsentiert die 48-Jährige den TV-Klassiker mit versteckter Kamera zum zweiten Mal.

 

Frau Schöneberger, Sie waren schon als Kind Fan von „Verstehen Sie Spaß?“, im April haben Sie den Showklassiker zum ersten Mal selber moderiert. Wie war das für Sie?

Schöneberger Na super war’s. Wir wollten eine Wahnsinnsshow mit großem Opening, Tanz, Gesang und Showtreppe liefern, und das ist uns ja im Grunde auch gelungen. Nur haben wir leider anfangs ohne Ton gesendet. Ich glaube, der Fehler lag an einer neuen Tonspur, und dann ging was schief und Deutschland, Österreich und Schweiz hatten mal eben sechs Minuten lang keinen Ton.

 

Was haben Sie in dem Moment gedacht?

Schöneberger Ich habe erst mal gar nichts gemerkt. Während des ersten Films kam dann mein Autor und sagte ganz vorsichtig zu mir: „Wir hatten am Anfang ein bisschen Tonprobleme, vielleicht kannst du kurz darauf eingehen.“

 

Jetzt läuft die zweite Ausgabe, was soll sich ändern?

Schöneberger In der zweiten Ausgabe wird sich allein deshalb nichts ändern, weil wir die schon vor der ersten Sendung, die ja live gesendet wurde, aufgezeichnet haben. Und diese zweite Sendung ist absolut spitzenmäßig, mit sehr lustigen Gästen, sehr lustigen Einspielern, wo ich auch selber richtig zum Einsatz kam. Wir werden das immer so machen, abwechselnd eine Sendung aufzeichnen und eine Live-Show, hoffentlich die nächsten 20 Jahre.

 

Würden Sie gerne auch mal Ihre Kollegen Jauch und Gottschalk reinlegen?

Schöneberger Ja! Jeder muss jetzt mit dem Schlimmsten rechnen. Und alle rechnen auch schon damit, dass irgendwo eine versteckte Kamera lauert.

 

Und wie gehen Sie mit den vielen Empfindlichkeiten um, die es heutzutage gibt? Viele fühlen sich schnell auf den Schlips getreten.

Schöneberger Unterhaltung ist immer dann lustig, wenn man auch mal einen raushaut. Niemand sollte meiner Meinung nach ins Showgeschäft gehen, um sich immer politisch korrekt zu äußern, keiner macht eine gute Abendsendung, ohne nicht ab und zu irgendjemandem – meistens unabsichtlich – auf die Füße zu treten. Wenn man immer im Kopf durchrattert: Wenn ich diesen und jenen Witz mache, bin ich dann gegen Dicke, gegen Schwule, gegen Frauen? Ich versuche, über alle gleichermaßen Witze zu machen, mich inklusive, und ich hoffe, dass das auch mit Billigung der großen Mehrheit weiterhin möglich sein wird. 

 

Verstehen Sie sich eigentlich auch als Vorkämpferin für mehr weibliche Primetime-Moderatorinnen im Fernsehen?

Schöneberger Nee, überhaupt nicht. Die Leute machen am Samstag den Fernseher an, und entweder ist es lustig oder nicht. Ob da eine Frau steht oder ein kleiner dicker Mann oder irgendwas dazwischen, ob die Haarfarbe dunkel oder blond ist, das ist doch völlig wurst. Hauptsache, die Leute amüsieren sich. Nur: Wenn halt ausschließlich Leute im Fernsehen zu sehen sind, die groß und blond und männlich sind, das wäre  ein Problem. Aber das hat sich ja total geändert in den letzten Jahren. ski

„Keiner macht eine gute Abendsendung, ohne nicht ab und zu jemandem – meistens unabsichtlich – auf die Füße zu treten.“