„Ich entwickelte mich zum Klassenclown“

Menschen / 07.09.2022 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christoph Maria Herbst spielt in der Schulkomödie „Lehrer kann jeder!“ einen Quereinsteiger, der Mathematik an der Schule unterrichtet.ZDF/Marc Meyerbroeker
Christoph Maria Herbst spielt in der Schulkomödie „Lehrer kann jeder!“ einen Quereinsteiger, der Mathematik an der Schule unterrichtet.ZDF/Marc Meyerbroeker

Christoph Maria Herbst über seine Rolle als Lehrer und warum er nicht an eine Fortsetzung von „Stromberg“ glaubt.

Köln Frau weg, Job weg und die Frisur sitzt auch nicht richtig: Das Leben meint es nicht gut mit Richard Glossat. Doch dann bekommt der von Christoph Maria Herbst gespielte Mathematiker in der Schulkomödie „Lehrer kann jeder!“ (8.9., ZDF) eine neue Chance: Als Quereinsteiger soll er Schülerinnen und Schüler in die Geheimnisse der Mathematik einweihen – kein leichtes Unterfangen, wie der vom aufreibenden Schulalltag schon bald gestresste Glossat feststellen muss.

 

Herr Herbst, in der Schulkomödíe „Lehrer kann jeder!“ spielen Sie einen Mathelehrer. Wie waren Sie denn als Schüler in Mathe?

Herbst Oh, gleich eine Fangfrage, aber da muss ich jetzt durch. Also, Mathe war überhaupt nicht meine Welt, ich fand das Fach ähnlich anstrengend wie Chemie oder Biologie. Ich war im Gymnasium mehr so auf der sprachlichen Ebene unterwegs, meine Leistungskurse waren Altgriechisch und Deutsch, und ich bin heute noch Peter Wick dankbar. Das war ein Klassenkamerad, von dem ich in Mathe immer abgeschrieben habe (lacht). Mit dem bin ich übrigens immer noch freundschaftlich verbunden.

 

Sind sie gerne in die Schule gegangen?

Herbst Durchaus, weil ich Lehrerinnen und Lehrer hatte, zu denen ich aufgeschaut habe. Ich hatte auf dem Gymnasium ein unfassbares Glück mit dem Lehrkörper und habe meine Wahlfächer in der Oberstufe tatsächlich in erster Linie nach den Lehrern ausgewählt und weniger nach dem, was ich später vielleicht mal brauchen könnte. Ich habe zum Beispiel Altgriechisch nur deshalb als Leistungskurs ­genommen, weil mich der Lehrer dieses schönen Fachs mit seiner unglaublichen Bildung so beeindruckt hat.

Also können Sie Homers „Ilias“ im Original lesen?

Herbst Ich könnte Ihnen sogar die ersten 20 Zeilen dieses wunderschönen Vers-Epos aus dem Gedächtnis aufsagen, aber das lassen wir mal lieber (lacht).

 

Waren Sie der Klassenclown?

Herbst Ich entwickelte mich im Lauf meiner Schulzeit tatsächlich immer mehr zum Klassenclown, was auch damit zusammenhing, dass auf unserem altsprachlichen Gymnasium in Wuppertal hauptsächlich ältere Lehrer unterrichteten – und die waren teilweise so verknöchert, dass sich mir die Frage stellte, ob ich die nicht wenigstens mal zum Schmunzeln bringen kann. Es ist mir mit Situationskomik tatsächlich auch manchmal gelungen.

 

Die optimale Vorbereitung für Ihr späteres Leben als Schauspieler.

Herbst Genau, damals konnte ich schön üben.

 

Sie erlauben sich in einer Szene einen ironischen kleinen Verweis auf den stellvertretenden Versicherungs-Abteilungsleiter Bernd Stromberg, die Serienfigur, mit der Sie bekannt geworden sind. War das Ihre Idee?
Herbst Ja, das war meine Idee, dass ich kurz den Stromberg aus der Schadensregulierung aufblitzen lasse (lacht). Aber da brauchte es auch nicht viel Überredungskunst von meiner Seite, ob ich das in dieser Szene tun darf, unser Regisseur Ingo Rasper war gleich einverstanden. Wir waren uns sofort einig, dass wir den Stromberg-Fans unter den Zuschauern an dieser Stelle ein kleines Zückerchen in Form eines kurzen, röchelnden Stromberg-Lachers geben.

 

Wird es irgendwann einmal eine Fortsetzung von „Stromberg“ geben?

Herbst Ich kann mir das nicht vorstellen. Wir haben den Bernd vor Jahren in Würde verabschiedet, die fünf Staffeln der Serie werden bis heute hoch- und runtergeguckt, dann gab es auch noch einen Kinofilm, das muss reichen. Ein besseres Ende ist für eine Fernsehfigur doch überhaupt nicht denkbar. MAW