Eindrücke der Trauerfeierlichkeiten hautnah und fern

Menschen / 19.09.2022 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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VN/Milosavljevic

Menschen aus aller Welt schauen zu – auch in Vorarlberg.

Dornbirn/bregenz „Die Straßen sind komplett leer. Es hat alles zu“, schildert Nicole Tatschl. Die gebürtige Bregenzerin lebt seit 13 Jahren in London und leitet eine Galerie. Somit war sie am Ort des Geschehens: Der Verabschiedung von Queen Elizabeth II. 

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Nicole Tatschl Tatschl

Sehr einprägsam für Taschl ist, dass die meisten Menschen auf Londons Straßen Schwarz tragen, um ihren Respekt gegenüber der Queen zu zeigen, erzählte Tatschl. „Ich war vorhin kurz draußen, es liegen viele Blumen auf den Straßen und die meisten Schaufenster sind mit einem Foto von Elizabeth II. geschmückt.“

In England war Montag ein Feiertag, insofern haben Supermärkte, Cafés und sämtliche Läden ihre Türen für den Tag geschlossen. „Außerdem sind viele Leute aus Kanada und Australien für die Beerdigung angereist“, sagt die Vorarlbergerin. „Es heißt, dass eine Million Menschen extra dafür gekommen sind.“ Über London fliegen mehrere Helikopter. Die Polizeipräsenz ist verstärkt. „Ich glaube, man hat Polizisten aus ganz England hier hergeschickt.“ Auch die Berichterstattung über die Zeremonie läuft ununterbrochen, sowohl im Fernsehen als auch im Radio. „Ich glaube, das wird sich so schnell nicht ändern. Das Thema wird bestimmt einige Zeit andauern“, meint Tatschl. 

Auch in Vorarlberg wird es verfolgt

„Ich war letzte Woche noch in England, als die Queen gestorben ist“, erzählt Duncan Ironside. Doch hat er die Zeremonie live aus Dornbirn mitverfolgt. Der Brite lebt seit 2005 in Vorarlberg. „Ich würde mich als pragmatischen Monarchisten bezeichnen. Ich bin kein fanatischer Unterstützer der königlichen Familie, aber Queen Elizabeth II. hat Stabilität und Kontinuität symbolisiert. Sie hat ebenfalls die Geschichte stark geprägt“, erzählt Ironside.

Duncan Ironside in seinem Heim in Dornbirn.
Duncan Ironside in seinem Heim in Dornbirn.

Die Abschiedszeremonie fand der 58-Jährige beeindruckend und sehr ergreifend. „Ich bin normalerweise kein emotionaler Mensch“, so der Brite. „Aber als sie den Sarg aus Westminster herausgetragen haben, habe ich geweint.“ Denn in dem Moment hat er, wie wahrscheinlich auch viele andere, realisiert, dass das Staatsoberhaupt wirklich nicht mehr da ist.

„Charles III. hat harte Arbeit vor sich“, so Duncan Ironside. Denn er spielt eine wichtige Rolle für die Einigkeit der vier Länder England, Nordirland, Schottland und Wales. Er müsse versuchen, das Vereinigte Königreich weiterhin zusammenzuhalten. „Aber ich glaube, das schafft er. Die letzte Woche, seitdem die Queen verstorben ist, hat er sich mit einer offenen Art den Leuten gegenüber präsentiert, und genau das ist wichtig.“