Lisbeth Bischoff: Was Bridge mit dem Adel zu tun hat

Menschen / 05.10.2022 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lisbeth Bischoff: "Ursprünglich war Bridge ein Freizeitvergnügen der Oberschicht".<span class="copyright"> schossmann, reuters</span>
Lisbeth Bischoff: "Ursprünglich war Bridge ein Freizeitvergnügen der Oberschicht". schossmann, reuters

König, Dame, Zehn – kann leicht ins Auge geh’n. Dame, Bube, Klein: das lass mal lieber sein!

Einer der vielen Merkverse, die Joachim Freiherr von Richthofen in seinem Buch „Das neue Bridge-Gefühl“ niedergeschrieben hat. Er war nicht nur ein leidenschaftlicher Bridgespieler, sondern auch ein humorvoller Autor. Mit den Bridgeregeln in Reimform wollte er dem Kartenspieler das Lernen erleichtern.

Eine österreichische Bridge-Legende ist der verstorbene Prinz Rouen. Er spielte im Nationalteam. Einer seiner Gegner war auch der heutige Präsident des Bridgeclub Vorarlberg, Dr. Michael Wohlmuth. “Unser Bridge-Club feiert heuer sein 70-jähriges Bestehen. Er wurde in der Nachkriegszeit von Leuten gegründet, die meist ausländische und zum Teil aristokratische Wurzeln hatten, was sich bei Namen von früheren Mitgliedern wie Nemes oder von Matt zeigt.”

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Das Vorläuferspiel „Whist“ war im 17. Jahrhundert bei den englischen Adeligen sehr beliebt. Eine bemerkenswerte Anekdote hat Geschichte geschrieben. Ernst August, Herzog von Cumberland und Sohn des englischen Königs George III., erhielt bei einer Whist-Partie ein hervorragendes Blatt. Seine Mitspieler erklärten ihm, dass er trotz der Stärken seines Blattes keinen einzigen Stich machen werde. Der Herzog von Cumberland wettete 20.000 Pfund dagegen und verlor. Und die „Duke of Cumberland Hand“ wurde zum Begriff.

Ursprünglich war Bridge ein Freizeitvergnügen der Oberschicht, doch bald fand das Kartenspiel auch den Weg in den Dienstbotentrakt. Seit den 1930er-Jahren hat sich die moderne Variante „Kontrakt-Bridge“ weltweit durchgesetzt, „Whist“ wurde verdrängt. Das anspruchsvolle Bridge ist nach wie vor bei den Royals beliebt. Ausdauer ist sicher vonnöten, wenn sich der Erfolg einstellen soll. Heißt es doch: „Lerne beim Bridge aus den Fehlern der anderen. Du lebst nicht lange genug, um sie alle selbst zu machen.“

Wer die Herausforderung annehmen möchte: Am 8. Oktober lädt der Bridgeclub Vorarlberg zum Tag der offenen Tür ins Kolpinghaus Dornbirn.

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn

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