“Wir haben beide Lampenfieber”

Menschen / 15.11.2022 • 21:39 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Michelle Hunziker über die Sonderausgabe des Showklassikers „Wetten, dass..?“ in Friedrichshafen.

Friedrichshafen Das Comeback im vergangenen Jahr war ein riesiger Erfolg, jetzt zeigt das ZDF erneut eine Sonderausgabe seines Showklassikers: Am 19. November präsentiert Thomas Gottschalk aus Friedrichshafen am Bodensee eine neue Ausgabe von „Wetten, dass..?“ – an seiner Seite wird wieder Michelle Hunziker mit prominenten Gästen plaudern und ausgefallene Wetten präsentieren.

 

Frau Hunziker, die Sonderausgabe von „Wetten, dass…?“ im vergangenen Jahr hatte fast 14 Millionen Zuschauer. Hat Sie das überrascht?

Hunziker Wir hatten vorher ja lange Zeit kein „Wetten, dass..?“ mehr gemacht, und so wie das mit der TV-Unterhaltung heutzutage läuft, konnten wir uns natürlich keineswegs sicher sein, ob es überhaupt ein Erfolg wird. Dass die Sendung dann so erfolgreich war, hat uns natürlich gefreut. Wir hatten nicht geglaubt, dass das so einschlägt, da kann man schon mal Samba tanzen. Wir waren alle total happy, das können Sie mir glauben.   

 

Warum haben so viele Leute eingeschaltet?

Hunziker Ich glaube, weil viele einfach Lust auf etwas hatten, was sie mit ihrer Vergangenheit verbindet, mit ihrer Jugend oder Kindheit. Es gibt ja nicht mehr so viel Unterhaltung im Stil von „Wetten, dass..?“, nicht nur in Deutschland, das gilt auch für andere Länder – so schöne Unterhaltung für die ganze Familie wie in dieser Sendung ist rar geworden, und deshalb hatten alle Lust drauf. Außerdem ist Thomas Gottschalk einfach ein sehr beliebter Entertainer in Deutschland, das hat sicher auch eine Rolle gespielt.

 

Die Messlatte für die zweite Sondersendung liegt hoch. Sind Thomas Gottschalk und Sie nervös?

Hunziker Thomas und ich sind da ganz altmodisch und vielleicht auch ein bisschen romantisch, wir denken in erster Linie an den Ablauf der Sendung, dass alles so funktioniert wie wir wollen, und weniger an die Zuschauerzahlen. Wir wollen den Leuten zu Hause einfach einen schönen Abend bereiten, das ist uns das Wichtigste. Natürlich wollen auch wir Spaß dabei haben, das ist genauso wichtig (lacht). Das mit den Einschaltquoten wird man dann sehen.

 

Thomas Gottschalk sieht so was ja sowieso eher wurschtig.

Hunziker Stimmt schon, Thomas und vielleicht auch ich sind ziemlich lässig, was den Erwartungsdruck angeht, aber glauben Sie nicht, dass er nicht nervös ist, bevor er auf die Bühne geht. Der Thomas ist sehr aufgeregt, wenn es losgeht. Das sieht man ihm vielleicht nicht an, aber ich merke das. Wir haben beide Lampenfieber, das gehört einfach dazu, das gehört zu unserem Job und das kann man als emotionaler Mensch nicht unterdrücken.

 

Von 2011 bis 2021 gab es kein „Wetten, dass..?“ Hatten Sie in dieser Zeit Kontakt zu Thomas Gottschalk?

Hunziker Hatten wir immer. Es ist nicht so, dass wir uns jeden Tag anrufen oder schreiben, aber ab und zu haben wir uns schon eine Nachricht zukommen lassen. Ich führe ja ein ganz anderes Leben als er, bin hier mit meiner Familie und meinem Job in Italien, er lebt in Deutschland.

 

Sind Sie befreundet?

Hunziker Absolut. Wir können einander auch anrufen, wenn es mal nicht so gut läuft. Thomas hat mit schon beigestanden, wenn Schwierigkeiten aufgetaucht sind. Es ist allerdings auch nicht so, dass ich zuerst an Thomas denke, wenn es Schwierigkeiten gibt – da habe ich andere Leute, die mir näherstehen. Ich rufe in solchen Fällen lieber erst mal meine beste Freundin an als ihn (lacht).

 

Eines Ihrer Erfolgsrezepte ist sicher Ihre ansteckende gute Laune. Verlieren Sie die auch manchmal?

Hunziker Na klar, wie alle Menschen habe auch ich meine schwierigen Momente. Aber die mache ich mit mir in meinem Privatleben ab. Ich bin sowieso nicht jemand, der seine Sorgen gerne mit anderen teilt. Wenn es mir mal schlecht geht, dann verkrieche ich mich in meinem Schlafzimmer, und dann kann es schon mal sein, dass ich auch ins Kopfkissen weine. Aber wenn ich dann wieder rauskomme, habe ich auch wieder die Kraft zu lächeln und zu sagen: Hey, du hast drei gesunde Töchter, alles ist gut, und die Probleme kann man regeln. mw

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