Die Titelsucht als Hindernis

Menschen / 22.11.2022 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett wollen heiraten. afp
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett wollen heiraten. afp

Es rumort bei den Royals. Immer öfter stehen die Titel im Fokus der Kritik. Nach dem Aufruhr am dänischen Königshof, dass den Kindern des Zweitgeborenen Prinz Joachim die königlichen Titel entzogen wurden, hat nun auch der norwegische Kronprinz Haakon bestätigt, dass es innerhalb der Familie seit Längerem eine Diskussion darüber gibt, ob seine Schwester Märtha Louise ihren Titel behalten darf. Vor allem durch die Verlobung von Märtha Louise mit dem Geistheiler Durek Verrett kocht die Debatte neu auf. Der Schamane veröffentlichte pikante Details aus seinem Sex-Leben mit Märtha Louise und brachte ein Buch auf den Markt, in dem er kontroverse Ansichten über Krebs verbreitet.

Bereits bei ihrer Hochzeit mit dem bürgerlichen Schriftsteller Ari Behn am 24. Mai 2002 verzichtet sie auf den Titel Königliche Hoheit und auf ihre jährliche Apanage von rund 500.000 Euro, tauscht ihre Prinzessinnen-Rolle am Hof mit einer bürgerlichen Karriere als Kulturvermittlerin auf Honorarbasis.

Als sie 2007 in Oslo eine „Engelschule“, wo sie Teilnehmern gegen Bezahlung von 3000 Euro leibhaftige Begegnungen mit Engeln verspricht, eröffnet, platzt vielen der Kragen. Die Prinzessin sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, auch weil sie die Telefonnummer des Königspalastes als Firmenkontakt angegeben hat. „Ich bin froh, dass ich nicht vor hundert Jahren gelebt habe. Damals hätte man mich sicher auf dem Scheiterhaufen verbrannt.“ 2018 schließt die Engelschule ihre Pforten.

Bei einer im September durchgeführten Umfrage der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ waren 53,9 Prozent für den Titelentzug. Doch so weit kommt es nicht. In einer Erklärung verzichtet die Prinzessin auf den Titel, um dem norwegischen Königshaus nicht zu schaden.

Da äußert sich das Königspaar Harald und Sonja erstmals in aller Öffentlichkeit über die Partnerwahl ihrer Tochter: „Wir haben einen kulturellen Konflikt bemerkt.“ Eine vorsichtig verpackte Kritik an ihrem Schwiegersohn in spe, die doch einiges aussagt.

 

„In einer Erklärung verzichtet die Prinzessin auf den Titel, um dem norwegischen Königshaus nicht zu schaden.“

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn

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