Ein Herz für Kinder und Tiere

Die 19-jährige Lotta Moosbrugger verbrachte drei Monate in Südafrika und erfüllte sich damit einen Lebenstraum.
Von Lena Gruber
BREGENZ “Ich habe schon immer gesagt, dass ich nach der Schule nach Afrika gehen will”, erzählt Lotta Moosbrugger. Besonders Tiere lassen das Herz der jungen Bregenzerin höher schlagen. Nach erfolgreich bestandener Matura an der HLW Sacré-Coeur Riedenburg machte sich die 19-Jährige auf die Suche nach einer geeigneten Organisation in Südafrika. Dass sie sowohl mit Tieren arbeiten als auch Kinder in der Schule beim Lernen unterstützen durfte, hätte sie sich nie zu träumen gewagt.


Traumprojekt mit Tieren
Gemeinsam mit anderen Mädchen teilte sie sich ein Zelt in der Natur, das sich etwa eine Stunde vom Flughafen George befand. Bereits um acht Uhr fuhr sie mit einem Guide hinaus in die Wildnis. Zu ihren Aufgaben gehörte das Zählen der Tiere. Besonders für Antilopen ist Südafrika bekannt. Dabei musste die 19-Jährige die Anzahl der Tiere ermitteln und mit einem Kompass ihren Aufenthaltsort bestimmen. Zudem wurde nach Impalas, einer speziellen Antilopenart, gesucht und die männlichen und weiblichen Tiere gezählt. Als Unterstützung dienten sogenannte “Camera traps”. Daten wurden ausgewertet und an Universitäten für zahlreiche Studien weitergegeben. Zu den Highlights der Bregenzerin zählten die Löwen. “Aber auch das Beobachten der Vögel hat mir sehr gut gefallen”, erzählt Lotta. Vegetations- und Pflanzenkunde machten die Tage in der Natur für die Tierliebhaberin perfekt.



Vom Reisefieber gepackt
Heimweh ist ein Fremdwort für Lotta. So war es nicht das erste Mal, dass sich die Tierbegeisterte alleine auf den Weg in die große weite Welt begab. Bereits in der Unterstufe verbracht sie einige Wochen in den USA. “Ich liebe es, alleine zu reisen, denn man sieht sehr viel von der Welt und lernt auf diese Weise auch am besten neue Menschen kennen”, sagt die Bregenzerin. Die Möglichkeit des Reisens verdankt sie vor allem ihren Eltern. “Ich bin sehr dankbar, dass ich solche Erfahrungen machen darf, dies ist alles andere als selbstverständlich”, meint die reiselustige junge Dame.

Zusammenhalt und Gemeinschaft
Neben dem täglichen Arbeiten durfte natürlich auch die Gemeinschaft nicht zu kurz kommen. “Am Nachmittag spielten wir meistens Volleyball und haben uns in Gruppen Essen gekocht”, sagt Lotta. Auch Ausflüge nach Mossel Bay durften nicht fehlen. Besonders das gemeinsame Abendessen am Lagerfeuer zählte zu Lottas Lieblingsaktivitäten. “Das gemütliche Beisammensein mit den anderen Teilnehmern bzw. Teilnehmerinnen, das Grillen und auch das Geschichtenerzählen haben den Zusammenhalt in der Gruppe gestärkt”, erzählt Lotta freudig.

Ein Händchen für Kinder
Auch ihre soziale Ader konnte Lotta während ihrer Südafrika-Reise unter Beweis stellen. So verbrachte sie anschließend an das Camp sechs Wochen in einer Schule. Dabei unterstützte sie die Klassenlehrerin mit Rat und Tat. “Trotz großteils ärmlichen Verhältnissen hatten die Kinder sehr viel Energie und Freude in der Schule”, erzählt Lotta. Während ihres Aufenthalt spielte sie mit ihnen draußen im Freien oder half der Lehrerin in der Klasse. “Die Schule versucht allen Kindern, Bildungschancen zu bieten, egal aus welchen Verhältnissen sie kommen”, erzählt sie. Klar sei aber, dass lediglich ein oder zwei der dreißig Kinder aus der Klasse eine Zukunftsperspektive in der Arbeitswelt haben, was für die 19-Jährige anfangs nur schwer zu glauben war.

Das Arbeiten mit den Kindern war eine tolle Erfahrung für mich. Trotzdem sehe ich mich für meine spätere berufliche Zukunft mehr bei den Tieren zu Hause.
Lotta Moosbrugger, 19


Die Kinder tanzten und sangen für mich, das war einer der emotionalsten Momente meiner Südafrika-Reise.
Lotta Moosbrugger, 19

Die Zeit in Südafrika hat mich sehr geprägt, denn trotz der teils schwierigen Umstände hatten die Kinder immer ein Lächeln im Gesicht.
Lotta Moosbrugger, 19
Folge deinem Herzen
Allen jungen Menschen rät Lotta, nach der Matura Zeit im Ausland zu verbringen. “Das, was ich in Südafrika erlebt und gesehen habe, ist weder mit Bildern noch mit Worten zu beschreiben”, freut sich die junge Erwachsene. Besonders eine Sache will sich Lotta auch nach ihrem Aufenthalt in Südafrika öfters ins Gedächtnis rufen. Es gebe viele Kinder, die nicht so einen Luxus wie wir in Österreich genießen können. “Die Dankbarkeit und die Freude, die die Kleinen dort ausstrahlen, kann aber eine Inspiration für uns alle sein”, meint Lotta. Besonders in schwierigen Zeiten lohne es sich, sich auf das Wesentliche zurückzubesinnen.


zur person
LOTTA MOOSBRUGGER
GEBOREN 18. Februar 2003
WOHNORT Bregenz
AUSBILDUNG Gymnasium Unterstufe und HLW Sacré-Coeur Riedenburg
HOBBYS Reisen, Skifahren, Kochen
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