Die Kunst des lebenslangen Lernens

Menschen / 12.01.2023 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Karate ist für Andrea Forster eine Lebenseinstellung.
Karate ist für Andrea Forster eine Lebenseinstellung.

Für Andrea Forster (52) ist Karate mehr als nur ein Sport. Sie lehrt interessierte Senioren die Kampfkunst.

Lauterach „Mein Tag ist ausgefüllt mit Karate“, sagt Andrea Forster und steht in der alten Turnhalle des Gymnasiums Feldkirch. Die 52-Jährige ist in ihren Keikogi, den traditionellen Karate-Anzug, geschlüpft und bereitet sich auf die kommende Stunde vor. Im Rahmen des Fit & Gesund-Kurses wird Forster einer Seniorengruppe Karate beibringen. Die Teilnehmer – die älteste ist 80 Jahre alt – sind keine Veteranen, die schon früher in der fernöstlichen Kampfkunst aktiv waren. „Sie kamen zu mir und hatten keine Vorstellung, was sie mit Karate machen sollen. Sie selbst haben sich nicht mit dem Bild des Kämpfers, das klassischerweise in den Medien vermittelt wird, in Verbindung gebracht“, erinnert sich Forster, die den wöchentlichen Kurs in Feldkirch ins Leben gerufen hat. Karate ist viel mehr als Schläge und kämpfen, das zeigt sich bei der anschließenden Lehrstunde. Es geht viel um Koordination und Bewegung. „Die Teilnehmer waren recht erstaunt, welche Inhalte beim Karate vermittelt werden. Aber gerade bei jenen, die schon länger dabei sind, sieht man einen enormen Fortschritt bei der Koordination und dem Körpergefühl.“

Schwarzer Gürtel

Forster bezeichnet sich selbst als Karate-Spätstarterin. Durch ihren Sohn Vincent kam sie 2008 mit damals 38 Jahren zum Karate. Es war Liebe auf den ersten Blick. „Ich habe es gesehen und sofort gedacht, das ist meines, das taugt mir.“ Zuvor hatte sie bereits ihren beiden Söhnen die Kampfkunst nahegelegt. „Ich habe ihnen gesagt, entweder geht ihr zu Karate oder zum Tischtennis.“

Zum Glück der Mutter entschieden sich die beiden für Karate. Als Zuseherin war sie schnell fasziniert von dem, was auf der Matte passiert. Zunächst sträubte sie sich allerdings, selbst in den Keikogi zu schlüpfen, sie fühlte sich schlicht zu alt. Doch Gerhard Grafoner, heute Geschäftsführer von Karate Vorarlberg, ermunterte Forster dazu, es auszuprobieren. Sie begann „wie alle anderen auch“ mit dem Anfängertraining und war schnell begeistert. Die Faszination hat in den vergangenen 14 Jahren nicht nachgelassen. Heute trägt sie den dritten Grad des Schwarzen Gürtels. Schnell engagierte sich Forster auch ehrenamtlich für den Sport. „Es ist nicht nur Karate selbst, sondern das gesamte Ambiente im Verein und im Verband, das mir gefällt“, sagt die Lauteracherin.

„Man lernt nie aus“

Bei Karate Hofsteig begann sie als Kassier. Inzwischen ist sie Obfrau des Vereins, macht die Buchhaltung und ist Trainerin, ebenso beim Partnerverein BFK Hofsteig. Beim Verband Karate Vorarlberg ist sie ebenfalls für die Finanzen zuständig und kümmert sich um die Seniorengruppe.

Doch was fasziniert die gebürtige Dornbirnerin am Sport: „Für mich ist das Entscheidende, dass man nie auslernt. Mit einem Schwarzen Gürtel ist man nicht am Ziel, das glauben nur viele, die über einen farbigen Gürtel verfügen. Doch es geht immer weiter und wird nie langweilig, denn es ist immer etwas Neues.“ VN-EMJ

„Ich habe es gesehen und sofort gedacht, das ist meines, das taugt mir.“

Heute trägt Forster den dritten Grad des Schwarzen Gürtels.
Heute trägt Forster den dritten Grad des Schwarzen Gürtels.
Mit koordinativ herausfordernden Übungen wärmen sich die Senioren auf.
Mit koordinativ herausfordernden Übungen wärmen sich die Senioren auf.
Andrea Forster in ihrem Element.VN/Hartinger
Andrea Forster in ihrem Element.VN/Hartinger

Zur Person

Andrea Forster

Geboren 31. Juli 1970

Wohnort Lauterach

Familie verheiratet, zwei Söhne

Hobbys Neben Karate geht sich nichts mehr aus

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