Von Neugier getrieben: Wie Fadi Dohnal mit Mikroprozessen die Welt bewegt

Das, was keiner sieht und hört, ist seine Leidenschaft: Fadi Dohnal leitet das Forschungszentrum Mikrotechnik an der FH Vorarlberg und ist einer der Gastgeber des Quantenforschertreffens diese Woche.
von Mona Pfefferkorn
Dornbirn Wo andere Menschen Stille wahrnehmen, sieht und hört Fadi Dohnal physikalische Prozesse. Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich der 48-Jährige mit Schwingungen, Wellen und Bewegungen. Nach dem Gymnasium studierte er Maschinenbau und Technische Physik an der TU Wien. Es folgten zehn Jahre Forschungsarbeit im Ausland, von Japan über Großbritannien bis Deutschland, bevor er mit seiner Familie nach Vorarlberg zog. Heute leitet er das Forschungszentrum Mikrotechnik an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) und koordiniert ein Team von knapp 15 Mitarbeitenden. “Meinen Weg hatte ich nicht geplant. Es ist einfach so passiert”, sagt Dohnal rückblickend.
Neugierde als Antrieb
Schon früh bemerkte er, dass ihm technische und logische Zusammenhänge leichtfielen. Vor allem eines habe ihn immer angetrieben: die Neugier. “Ich war immer neugierig, Dinge genauer anzuschauen und tiefer in die Theorie hineinzugehen, um sie besser zu verstehen”, erzählt er.

“Alles, was sich bewegt, interessiert mich”
Wenn er seinen Beruf jemandem erklären soll, der mit Mikrotechnik nichts anfangen kann, macht es Dohnal einfach: “Ich habe zwei Aufgaben in meinem Job”, sagt er. Einerseits leitet er das Forschungszentrum Mikrotechnik, andererseits forscht er selbst im Bereich Dynamik. “Alles, was sich bewegt, interessiert mich”, sagt der Wissenschafter. Dabei beschäftigt er sich mit Schwingungen und Wellen – von Produktionsanlagen bis hin zu winzigen Bauteilen, die auf einen Fingernagel passen.
Besonders schätzt Dohnal, dass sein Fachgebiet auch nach Jahrzehnten noch voller Möglichkeiten steckt. “Darin liegt auch viel Magie. Da kann man viel verändern und noch viel rausholen”, sagt er. Genau diese Mischung aus Erfahrung und Neugier treibt ihn bis heute an.

Cambridge und Oxford in Vorarlberg
Die Arbeit des Teams sorgt regelmäßig für internationale Aufmerksamkeit. Das zeigt sich auch in diesen Tagen: An der FHV findet ein wissenschaftlicher Workshop statt, der zahlreiche Experten der Quantenforschung aus aller Welt nach Dornbirn bringt. Ursprünglich wurde die Konferenz von den renommierten Universitäten Cambridge und Oxford ins Leben gerufen. Dass eine derart hochkarätige Veranstaltung heute an einer Fachhochschule im beschaulichen Dornbirn stattfindet, macht das gesamte Team besonders stolz.
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Feuer löschen und Ideen entwickeln
Dohnals Arbeitsalltag bewegt sich ständig zwischen Organisation und Kreativität. Der Morgen beginnt meist mit administrativen Aufgaben. Zunächst gelte es, “ein paar Feuer zu löschen”, wie er es mit einem Schmunzeln beschreibt. Danach folgen die spannendsten Stunden des Tages: Dann steht er selbst im Labor – allein oder gemeinsam mit den Doktoranden, die er betreut, misst Schwingungen, analysiert Daten und arbeitet an neuen technischen Lösungen. Besonders reizt ihn dabei, dass Forschung nicht im Labor endet. “Mich begeistert die Verbindung von Forschung und Unternehmertum: Aus Ideen Innovationen machen, die Unternehmen stärken und langfristig Nutzen bringen. Der Campus V bietet dafür den idealen Nährboden aus Forschung, Ausbildung und Wirtschaft.”

“Neugierig, innovativ und hartnäckig”
Auch abseits des Labors lässt ihn die Wissenschaft nicht ganz los. Wenn ihn eine Idee beschäftigt, liest, rechnet und tüftelt er weiter. Gleichzeitig verbringt er seine Freizeit gerne mit seiner Frau und seiner zwölfjährigen Tochter. Beschreiben würde sich der Dornbirner selbst als neugierig, innovativ und hartnäckig. Eigenschaften, die seinen Weg von Wien über internationale Forschungseinrichtungen bis an die FHV geprägt haben – und die ihn wohl auch in Zukunft immer wieder dazu bringen werden, genauer hinzusehen, wenn andere nur Stille wahrnehmen.
Zur Person
Fadi Dohnal
Geburtstag 27.02.1978
Familienstand verheiratet, eine Tochter
Wohnort Dornbirn
Beruf Leiter Forschungszentrum Mikrotechnik