Die besenreine Übergabe

Miete / 08.10.2020 • 15:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mietobjekte müssen gut gereinigt zurückgestellt werden.shutterstock
Mietobjekte müssen gut gereinigt zurückgestellt werden.shutterstock

Die nicht immer ganz einfache Interpretation einer
klassischen Definition im Mietrecht.

Vertrag. In vielen Mietverträgen findet sich regelmäßig eine Bestimmung, nach der die Wohnung bei Mietende „besenrein“ und „geräumt von eigenen Fahrnissen“ zu übergeben sei. Doch was bedeutet dies nun konkret? In Gesetzbüchern findet man dazu jedenfalls keine Begriffs-
erklärung. Der Duden hilft nur begrenzt weiter – wenn es heißt „mit dem Besen grob gereinigt“, doch in juristischem Streitfall ist diese Definition wenig hilfreich. Die Wohnung muss sauber zurückgestellt werden – soviel ist sicher. Und was heißt … und „geräumt von eigenen Fahrnissen“? Fahrnis ist ein im modernen Sprachgebrauch kaum gebrauchter Begriff, der auf Juristendeutsch zurückgeht. Fahrnisse sind alle beweglichen Dinge oder Gegenstände, wie beispielsweise Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände, die der Mieter in die Wohnung eingebracht hat, sofern diese noch nicht mit der Wohnung bzw. dem Haus dauerhaft verbunden sind. Achtung, wird dies nicht vertragsgemäß erledigt, erfolgt sowohl die Reinigung der Wohnung wie die Entsorgung der Gegenstände auf Kosten des Mieters.

Übliche Abnützung

Böden erfahren in Jahren von Benutzung eine übliche Abnützung. Einen Teppichboden „besenrein“ zu übergeben, dürfte schwer fallen, der Staubsauger erfüllt denselben Zweck des Säuberns. Ist der Boden jedoch schadhaft oder löchrig oder grob verschmutzt, weil sich Hund oder Hauskatze intensiv kratzend mit ihm befasst haben, dürfte das ein strittiger Punkt werden. Verfärbungen im Holzboden durch z. B. Lichteinfall müssen toleriert werden. Ebenso gehören Löcher, die durch eine Bildaufhängung in der Wand oder in den Fliesen sind, grundsätzlich zur normalen Abnützung und müssen bei der Wohnungsrückgabe nicht
beseitigt werden.

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