SUV gehören – auch – in die City

03.08.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Seat-Submarke Cupra macht sich: Bereits 440 Atecas sind abgesetzt. Für den Aufpreis von 5330 Euro gibt es ein 50 PS-Draufgabepaket von Abt. WERK

Halbjahresbilanz 2019 gegen den Trend: Seat steigert Neuzulassungen um 2,9 Prozent und hat damit sieben Prozent Marktanteil.

SEAT Die Katalanen machen sich. Ohnehin ist Österreich nach Spanien der zweitstärkste Markt für Seat. Überhaupt entwickelt sich die Marke gerade gegen den derzeit herrschenden Minus-Trend von 8,7 Prozent auf dem heimischen Automarkt. Die Bilanz des ersten Halbjahres weist für Seat ein Plus von 2,9 Prozent aus. Das sind 12.296 Neuzulassungen. Was einen derzeitigen Marktanteil von sieben Prozent bedeutet. Was der Österreich-Chef, Wolfgang Wurm, pragmatisch betrachtet. Denn er setzt auf qualitative und stabile Entwicklung.

Die hat eine solide Basis, mit den Dauerbrennern Ibiza, Leon und Alhambra sowie dem SUV-Trio Arona, Ateca, Tarraco. Es soll so weitergehen: Zehn Premieren, inklusive Derivate und Facelifts, stehen ins Haus. Für Dezember angekündigt ist der Start der Elektroversion des City-Minis Mii, mit 83 PS und 260 Kilometern Reichweite. Darüber hinaus ist der erneuerte Leon, eines der wichtigsten Modelle für Seat, demnächst startklar.

„Der Kunde kauft sich ein Auto. Und nicht eine Platzierung in der Zulassungsstatistik.“

Wolfang Wurm, Seat-Geschäftsführung und -Vertrieb

Die neu formierte Submarke Cupra hat einen beachtlichen Anteil am Erfolg. Das erste Modell unter diesem Logo, eine dynamisierte Variante des Ateca, hat sich seit Oktober bereits 440 Mal verkauft. Wem 300 PS nicht ausreichen, der kann sich ein Powerpaket vom hauseigenen Tuner Abt bestellen, entweder bereits bei der Order oder nachträglich. In Österreich gibt es ein 50-PS-Leistungsdraufgabepaket für 5330 Euro. Der noch pfeffrigere Katalane hat im Frühjahr seine Leistungsbereitschaft bereits vorgeführt. Diese macht sich auch im heimischen Kurvenrevier überzeugend. Das erste komplett als Cupra entwickelte Modell, der Formentor – ein auf dem Ateca basierendes SUV-Coupé mit Plug-In-Hybrid-Antriebsstrang – kommt 2020.

Doch es stehen nicht nur neue Modelle in der Pipeline der Volkswagengruppe-Tochter. Die Seat-Produktion inkludiert jetzt die Herstellung eines neuen manuellen Sechsganggetriebes für die Konzerprodukte, also auch für VW, Audi und Škoda. Volumen: rund 450.000 Einheiten pro Jahr.

Stichwort Getriebe: Nicht nur in den dezidierten City-Crossovern sind Direktschaltungen zunehmend beliebt, 35 Prozent der Tarracos etwa werden mit DSG geordert. Seat Österreich forciert diese Art eines Automatikgetriebes, das in den Baureihen der Katalanen im Jahr 2004 eingeführt wurde. Tituliert wird eine aktuelle Aktion mit dem Slogan „Seat Urban Vehicles“, einer Abwandlung der Segmentsbezeichnung „Sport Utility Vehicles“, die den Komfortgewinn einer automatisierten Schaltung vor allem im Stadtverkehr in den Vordergrund stellen soll: Arona, Ateca und Tarraco können bis Ende September aufpreisfrei mit Doppelkupplungsgetriebe anstelle einer manuellen Schaltung geordert werden. BKH