Konzepte gegen das Sorgenkind Autoverkehr gekürt

Mobilität / 23.08.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unter dem Motto „Mobilitätswende voranbringen“ stand der heurige VCÖ-Bewerb. Eine stärkere Verlagerung des Autoverkehrs auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und Gehen soll forciert werden. VN/STEURER

VCÖ-Mobilitätspreis wurde an drei Vorarlberger Projekte überreicht.

Bregenz Der Straßenverkehr gilt in Österreich nach wie vor als größtes Sorgenkind beim Thema Klimaschutz – auch in Vorarlberg. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis, der in Kooperation mit Land und ÖBB vergeben wird, sollen Projekte vor den Vorhang geholt werden, die dem entgegenwirken und einen wesentlichen Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft leisten: „Weil es die große Lösung für alle Probleme vermutlich nicht geben wird, ist es sehr wichtig, dass es solche Initiativen gibt“, sagt Michael Schwendinger vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bei der Ehrung der Vorarlberg-Sieger, die am Freitag im Landhaus in Bregenz ausgezeichnet wurden (siehe Factbox unten).

Auf den ersten Platz schaffte es das Parkraummanagement der plan-b-Gemeinden und Lustenau. Ebenfalls ausgezeichnet wurden das Mikro-ÖV-Konzept von Postbus in Lustenau und das Feldkircher Projekt „Innenstadtentwicklung mit Mehrwert“.

Größere Autos, weniger Insassen

Vorarlberg hat zwar im Bundesländervergleich mit 16 Prozent den höchsten Radfahreranteil im Straßenverkehr in Österreich, trotzdem sind vier von zehn Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. „Für diese Distanz wäre das Fahrrad ideal“, betont Schwendinger. Hinzu komme, dass Autos immer größer und schwerer werden, trotzdem würden pro 100 Autos nur 115 Personen befördert. Großes Potenzial ortet Schwendinger im Bereich Arbeitswege: „59 Prozent benutzen dafür immer noch das Auto.“

„Auch wenn wir in Vorarlberg in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle einnehmen, gibt es noch viel zu tun“, unterstreicht Mobilitätslandesrat Johannes Rauch und bezieht sich damit auf das im Rahmen der Energieautonomie gesteckte Ziel, den gegenwärtigen Anteil an Autos am gesamten Verkehrsaufkommen bis zum Jahr 2050 etwa zur Hälfte auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften zu verlagern. Um dies zu erreichen, brauche es eine Mobilitätswende, betont Rauch. „Das Ziel ist klar: Wir wollen den dichtesten öffentlichen Verkehr nach der Großstadt Wien.“

Ausgezeichnete Projekte VCÖ-Preis

Parkraummanagement der plan-b-Gemeinden und Lustenau:

Das Parkraummanagement wurde im November 2018 in den plan-b-Gemeinden und in Lustenau eingeführt bzw. in Bregenz erweitert. Damit soll die Verkehrsbelastung reduziert und die Nahversorgung gestärkt werden. Unter anderem gibt es für Dauerparker nun gebührenpflichtige PendlerInnenparkplätze.

Mikro-ÖV: Dieses Konzept von Postbus und Marktgemeinde Lustenau gibt es ebenfalls seit November 2018. Der nachfragenorientierte Bus für bis zu acht Personen verkehrt dort, wo kein öffentliches Linienangebot vorhanden ist.

Lebenswertes Feldkirch: Die „Innenstadtentwicklung mit Mehrwert“ umfasst eine Reihe von Maßnahmen im Innenstadtbereich Feldkirchs. Unter anderem wurden die Fußgängerzone in der Neustadt neu gestaltet und verkehrsberuhigende Maßnahmen durchgeführt. Gleichzeitig fungiert das Amt der Stadt Feldkirch als Vorbild.

Anregungen, wie Verkehrsprobleme klimaverträglich gelöst werden können, gibt es mittlerweile in Form von 3000 vorbildlichen Projekten auf der VCÖ-Website: https://www.vcoe.at/