Klima-Demonstranten blockieren zwei Eingänge zur IAA

Mobilität / 15.09.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
APA/AFP/DPA/FRANK RUMPENHORST

frankfurt Mehrere hundert Demonstranten haben am Sonntag zwei Eingänge zur Automesse IAA in Frankfurt blockiert. An beiden Orten sei Besuchern der Zugang zur Messe versperrt, erklärte das Klima-Bündnis „Sand im Getriebe“. Ein IAA-Sprecher bestätigte die Störungen. „Es ist alles friedlich, die Besucherströme werden umgeleitet“, sagte er.

Schon am Samstag hatten tausende Menschen vor den Toren der IAA für eine Wende zu klimafreundlichem Straßenverkehr demonstriert. An einer Fahrrad-Sternfahrt und einer Großdemonstration gegen die Internationale Automobilmesse beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 15.000 Menschen. Die Veranstalter, ein Bündnis von mehreren Umweltverbänden, schätzte die Zahl auf 25.000, davon hätten sich rund 18.000 mit dem Rad auf den Weg gemacht. Die Demonstranten pochten auf ein sofortiges Ende von Verbrennungsmotoren, eine Abkehr von spritschluckenden SUV, einen Umstieg auf kleine sparsame Elektroautos und den Umbau der autogerechten zur fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt.

Die IAA zählte am ersten Publikumstag nach VDA-Angaben rund 60.000 Besucher. Die Messe leidet unter Ausstellerschwund. Der Veranstalter VDA, in dem die Autobauer und Zulieferer in Deutschland zusammengeschlossen sind, will daher das Konzept überdenken. Ein Weggang der Autoschau aus Frankfurt ist dabei nicht ausgeschlossen. VDA-Präsident Mattes hatte nach internen Querelen noch am Eröffnungstag in dieser Woche seinen Rücktritt erklärt.

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) drückt unterdessen in der deutschen Hauptstadt aufs Tempo. Sie will mittelfristig alle Autos mit Verbrennungsmotor aus Berlin verbannen. „Für wirksamen Klimaschutz führt kein Weg daran vorbei, sich möglichst schnell vom Verbrennungsmotor zu verabschieden“, sagte Günther dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

Günther will in Zukunft dann nur noch Elektro-Autos in die Stadt lassen. „Ich erwarte für die Jahre 2022/23 in Deutschland Durchbrüche im Bereich der E-Mobilität“, sagte sie. „Dann wird man sehen, was wie schnell machbar ist.“ Spätestens 2030 solle die Auto-Emissionsfreie Umweltzone in Berlin Realität sein.

Die Kontrolle sei recht einfach, betonte Günther. „Beispielsweise anhand der Nummernschilder, auf denen Elektroautos durch das E leicht erkennbar sind. Insofern wäre die Kontrolle einfacher als beispielsweise bei den aktuellen Dieselfahrverboten.“

Günther betonte, dass das Konzept Stadt ganz neu gedacht werden müsse: „Früher gab es das Verständnis, die ganze Straße gehört dem Auto, und der Rest muss zusehen, wie er klarkommt. Damit muss endlich Schluss sein.“