Erster Test: So weit kommt der neue Renault Zoe

Mobilität / 29.09.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehr Leistung, mehr Reichweite: Mit deutlich verbesserter Performance macht der Zoe Lust aufs Autofahren. WERK

3. Generation kommt im November: Die kurze Leine ist Vergangenheit.

Olbia Elektroautos fürs Volk sind Mangelware. Renault war mit dem Zoe Vorreiter. Nach zehn Jahren bringen die Franzosen jetzt die nächste Ausbaustufe ihres kompakten Stromers, der bereits 250.000 Mal verkauft wurde. Die dritte Generation wurde optisch dezent überarbeitet, technisch hingegen gründlich weiterentwickelt. Mit neuem Antrieb und stärkeren Akkus (52 kWh statt 41 KWh) ist nichts mehr mit kurzer Leine: Das 4-Meter-Elektroauto schafft jetzt 395 Kilometer. Das Reichweitenplus zum Vorgänger liegt bei beachtlichen 25 Prozent.
Erste VN-Testfahrten haben gezeigt, dass die Reichweitenangaben durchaus realistisch sind. Behutsam bewegt, dürften sogar ein paar Kilometer mehr drin sein. Die Sorge, liegen zu bleiben, gehört jedenfalls der Vergangenheit an. Renault hat zudem bei den Lademöglichkeiten nachgelegt, bietet neben einem „Chameleon Charger“ für hohe Ladeflexibilität mit Wechselstrom jetzt auch Schnellladen mit Gleichstrom. Womit praktisch jede Steckdose und fast alle Ladesäulen angesteuert werden können. Beim Schnellladen an der Autobahn lassen sich 150 Kilometer Reichweite in 30 Minuten nachfüllen. Und weiter geht die Reise.

Die Qualitätsanmutung im Innenraum ist deutlich verbessert.
Die Qualitätsanmutung im Innenraum ist deutlich verbessert.

Die Reise zur E-Mobilität dauert bei Renault schon etwas länger. 10 Jahre Erfahrung haben ihre Spuren hinterlassen. Die jüngste Entwicklungsstufe ist ein weiterer großer Schritt nach vorne. Die neue Zoe-Generation präsentiert sich rundum geglückt. Das Fahrwerk bietet überraschend guten Komfort auch auf holprigem Untergrund. Die neuen Motoren, die mehr Drehmoment und mit 135 PS auch mehr Leistung bereitstellen, sorgen für echten Fahrspaß. Das Handling macht Lust auf Kurven. Neben vernünftigem Sparstromer ist der Zoe eine agile Fahrmaschine. Der Sprint auf Tempo 100 ist in weniger als zehn Sekunden geschafft.
Genug gelenkt, beschleunigt und gebremst. Wobei das Bremsen de facto der Vergangenheit angehört. Der Zoe wurde um ein Fahrprogramm aufgerüstet, das Ein-Pedal-Fahren ermöglicht. Im B-Modus wird kräftig rekuperiert. Das herkömmliche Bremsen fällt fast gänzlich weg.

Die Fortschritte beim Fahren sind beachtlich. Kaum weniger beeindruckend sind die Verbesserungen bei der Qualitätsanmutung. Renault hat Hartplastik aus dem Innenraum fast gänzlich verbannt. Große Displays haben Einzug gehalten und auch bei der Connectivity ist der Zoe jetzt in der Gegenwart angekommen.
Gefällig war der elektrische Franzose schon immer. Das dürfte auch der Grund sein, warum die optischen Veränderungen gering ausgefallen sind. LED-Leuchten vorne, neue Lichtgrafiken hinten und eine muskulösere Motorhaube sind die markantesten Neuerungen. Leider ist auch der Türgriff für den Fondeinstieg geblieben.
Geblieben sind auch die für die Abmessungen großzügigen Platzverhältnisse. Der Kofferraum wird mit einem Ladevolumen von 338 Litern erweiterbar auf 1225 Liter seinem Namen gerecht. Auch auf der Rückbank ist das Raumgefühl sehr ordentlich.

Die Reise in die Elektro-Zukunft nimmt mit dem neuen Zoe weiter Fahrt auf. Auch weil die Preise erschwinglich bleiben. Renault hat auch den schwächeren Motor(110 PS) mit der kleineren Batterie im Programm belassen. Da beginnen die Preise bei 22.190 Euro.

Renault Zoe

Motor/Antrieb E-Motor mit 110 PS und 225 Nm Drehmoment bzw mit 135 PS mit 245 Nm Drehmoment, Frontantrieb, Lithium-Ionen-Batterie mit 41 kWh bzw. 52 kWh

Preis R110 ab 22.190 Euro; R135 ab 25.390 Euro

Marktstart November