Mustang unter Strom: Alter Name, neue Tugenden

Mobilität / 23.05.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mustang unter Strom: Alter Name, neue Tugenden
Der Ford Mustang Mach-E mit bis zu 346 PS und maximal 610 Kilometer Reichweite. WERK

VN-Fahrbericht: So gut ist der elektrische Mustang Mach-E.

Wien Mit dem Mustang Mach-E zielt Ford nicht gerade auf den Massenmarkt, sondern auf das gehobene Segment – auch wortwörtlich, weil das Elektro-Pony im Gewand eines SUV-Crossovers angaloppiert. Nach seinen Abmessungen reiht es sich in derselben Liga ein, wie VW ID.4 und Skoda Enyaq, lockt aber mit mehr Leistung und wird auch schon ab dem Marktstart Ende Juni mit dualem Motorsystem, also Allradtrieb verfügbar sein. Er bleibt beim Preis ab 48.900 Euro zumindest relativ betrachtet einigermaßen geerdet. Zumindest damit folgt er der Tradition des Sportwagen-Ahnen – auch der bot seinerzeit schon vergleichsweise leistbare Power.

Mit je zwei Heck und Allradvarianten am Start: Fahrdynamisch schöpft  der Mach-E einiges aus dem Vollen
Mit je zwei Heck und Allradvarianten am Start: Fahrdynamisch schöpft  der Mach-E einiges aus dem Vollen

Der erste Mustang, der kein Coupé oder Cabrio ist und keinen Verbrennungsmotor unter der Haube hat, will mit den Emotionen seines Namens locken. Die damit bei den Fans des Klassikers geschürte Aufregung ist kalkuliert – sie verschaftt dem Neuen Aufmerksamkeit, die er nur als Ford kaum bekommen hätte. Der Projekt-Mut ist aber rundum spürbar – beim Außendesign, das gnadenlos Details vom Sportwagen kapert, über die rigoros umgesetze Digitalisierung von Bedienung und Infotainment bis zur parallelen Internet-Verkaufsschiene. Die Bedienung des zentralen Hochkant-Bildschirms ist auffallend simpel und logisch gestaltet – kaum jemand wird dafür eine Anleitung benötigen.

Stilistisch reduziert, digital maximiert: In der schlichten Cockpit-Landschaft des Mach-E sind fast alle Funktionen via Bildschirm bedienbar.
Stilistisch reduziert, digital maximiert: In der schlichten Cockpit-Landschaft des Mach-E sind fast alle Funktionen via Bildschirm bedienbar.

Drei Fahrmodi stehen zur Wahl, einmal nicht mit Eco, Komfort und Sport beziechnet, sondern passend zur Mustang-Kultur mit Aktiv, Zahm und Temperamentvoll – jeweils mit passender und auch unpeinlich gelungener Klangkulisse. Der Ein-Pedal-Modus mit maximaler Einergierekuperation aus der Bremsleistung ist extra dazuwählbar. In der bereits für Probefahrten in und um Wien zur Verfügung gestellten Topversion mit 346 PS lag der Praxisverbrauch vor allem im City-Betrieb nahe am Katalogwert von knapp 19 kWh, Überland stieg er wie bei E-Antrieben üblich um zirka 30 Prozent. Da wie dort überzeugte der Mach-E mit hohem Federungskomfort, einem Mustang wäre aber auch ein wenig mehr sportliche Straffheit gut gestanden.

Fazit: Der Mustang Mach-E ist ein mutiger Bruch von Ford mit der eigenen Vergangenheit, der auch Chancen auf eine Zukunft hat. TEXT: Stefan Pabeschitz

Ford Mustang Mach-e

Motor/Antrieb 1 (Heckantrieb) oder 2 (Allradantrieb) E-Motoren, 269 bis 351 PS , 430 Nm (Heckantrieb) und 580 Nm (Allrad); 75,7 kWH bzw. 98,7 kWH-Batterie

Fahrleistung 0 auf 100 in 5,1 bis 6,2 Sek; 400 bis 610 km Reichweite

Preis ab 48.900 Euro

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