Hier sind Unfälle besonders gefährlich

Mobilität / 12.04.2022 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier sind Unfälle besonders gefährlich
Hohe Geschwindigkeiten, oft minimale Regelungen, mangelnde Aufmerksamkeit: Kreuzungen außerorts sind Schauplatz überdurchschnittlich schwerer Verkehrsunfälle. VOL/Pletsch

Unfälle bei Straßenkreuzungen außerhalb des Ortsgebietes sind besonders gefährlich. Die Mobilitätsclubs gingen den Ursachen auf den Grund und haben Verbesserungsvorschläge.

Wien Zwar ist nur knapp jeder dritte Unfall mit Personenschaden in Österreich außerhalb der Ortsgebiete – jedoch geschehen hier beinahe zwei Drittel aller tödlichen Unglücke. Besonders kritisch sind Kreuzungsbereiche, ergab eine Analyse der drei Mobilitätsclubs ÖAMTC, ADAC und AXA Schweiz. Pro Jahr fordern Unfälle im Kreuzungsbereich österreichweit 32 Menschenleben und über 500 Schwerverletzte.

Den drei Interessenverbänden fiel dabei auf, dass sich das Unfallgeschehen in den drei Ländern stark unterscheidet: In Österreich ist der Zusammenprall mit dem von links oder rechts kommenden Querverkehr mit über 31 Prozent das häufigste Unfallgeschehen. In den beiden anderen Ländern machen diese nur etwa 21 Prozent aus. Die Deutschen verunfallen häufiger beim Linksabbiegen mit dem Gegenverkehr, die Eidgenossen beim Einbiegen in eine höherrangige Straßen mit dem Linksverkehr. “Eine einheitliche, länderübergreifende Lösung für diese Problematik kann es also leider nicht geben”, berichtet ÖAMTC-Unfallforscher David Nosé.

Ursachen und Lösungen

Es gibt aber gemeinsame Ursachen, heben die Mobilitätsclubs hervor: Die Sicht nach links ist durch die dem Fahrer nahe A- und B-Säule im Vergleich zur Sicht nach vorne oder rechts auffallend schlecht. An der Rundumsicht besteht entsprechender Verbesserungsbedarf. Kreuzungsassistenten werden bereits häufiger Teil der Serienausstattung vieler Hersteller. “Das allerdings nur bei neuen Pkw. Bis ausreichend Fahrzeuge damit ausgestattet sind, wird es noch eine Weile dauern”, bedauert Nosé.

Bei der Infrastruktur erwarten sich die Mobiltätsclubs die größten Verbesserungen durch ein Mehr an Kreisverkehren, separaten Linksabbiegespuren und Ampelanlagen mit eigenen Phasen für Abbiegende. Jede bauliche Maßnahme hat jedoch auch ihre Nachteile, nur wenige können Unfälle aktiv verhindern.

Am Schluss hat der Faktor Mensch den höchsten Einfluss. Die Statistik zeigt, dass gerade jüngere und ältere Fahrer häufiger Unfälle beim Queren und Abbiegen verursachen. Das entsprechende Bewusstsein um die Gefahren und eine zurückhaltende Fahrweise sei das A und O. “Zudem empfehlen wir, beim Fahrzeugkauf verstärkt auch darauf zu achten, dass in jeder Sitzposition für eine ausreichende Rundum-Sicht gesorgt ist, um tote Winkel zu vermeiden”, schließt Nosé.