Im Test: Elektrischer Schwede zeigt Muskeln

Mobilität / 05.06.2022 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schickes elektrisches Kompakt-SUV mit mächtigen 408 PS Leistung. Volvo setzt beim ersten E-Modell auf Fahrspaß. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Schickes elektrisches Kompakt-SUV mit mächtigen 408 PS Leistung. Volvo setzt beim ersten E-Modell auf Fahrspaß. VN/Stiplovsek

408 PS und permanenter Allradantrieb: Volvo baut bei seinem ersten E-Auto auf den Spaßfaktor.

Schwarzach Volvo setzt konsequent auf die Elektrifizierung seiner Modelle. Neben Teilzeitstromern, also Hybriden und Plug-in-Hybriden, ist das erste reine Elektroauto eine echte Fahrmaschine. Beim XC40 Recharge mit zwei Magnetsynchronmotoren und damit je 204 PS Leistung an Vorder- und Hinterachse dreht sich alles um den Spaßfaktor. Mit dem permanenten Allradantrieb kommt die Kraft auch auf die Straße. Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 5 Sekunden – der elektrische Schwede zeigt Muskeln.

Optisch gibt es kaum Unterschiede zu den Modellen mit Verbrennungsmotor.
Optisch gibt es kaum Unterschiede zu den Modellen mit Verbrennungsmotor.

So atemberaubend und kraftvoll der Antritt ist, so unauffällig gibt sich der XC40 im optischen Auftritt. Die Unterschiede zu den Verbrenner-Modellen fallen kaum ins Gewicht. Da wäre der verkleidete Kühlergrill in Wagenfarbe und ein Recharge-Schriftzug an der C-Säule. Das wars dann schon im Wesentlichen mit den elektrischen Erkennungsmerkmalen.

Batterie im Unterboden

Volvo zieht das Konzept konsequent durch. Auch im Innenraum, der sich auch nicht von den herkömmlichen XC40-Modellen unterscheidet. Dabei würde die Bauweise eines Elektrofahrzeuges durchaus Möglichkeiten eröffnen, die Platzvorteile mit sich brächten. Darauf verzichtet der Hersteller leider. Weil das Kompakt-SUV von Haus aus gute Platzverhältnisse sowohl vorne als auch in der zweiten Reihe bietet, ist das Manko verkraftbar. Auch der Kofferraum ist in den Abmessungen ordentlich. Das große 78 kWh-Akkupaket ist platzsparend im Boden verbaut und kostet nur ein paar wenige Liter Ladevolumen. 414 bis 1290 Liter sind es hinten, dazu kommt ein kleiner Frunk (31 Liter Stauraum) vorne. Dort, wo bei den Verbrennern der Motor sitzt, finden bei der Elektrovariante zumindest die Ladekabel Platz.

Volvo-Qualität trifft auf Infotainment von Tech-Gigant Google.
Volvo-Qualität trifft auf Infotainment von Tech-Gigant Google.

Beim Cockpit und der Bedienung kommt man leicht ins Schwärmen. Auf den ersten Blick herkömmlich mit 12 Zoll großen digitalen Instrumenten liegt der feine Unterschied im Android-Infotainmentsystem, das gemeinsam mit Google entwickelt wurde. Da braucht man gar nicht viel ausführen. Google kann das einfach besser als ein Automobilhersteller. Ist schließlich auch das Kerngeschäft des Tech-Giganten. Entsprechend perfekt funktioniert das System auch.
Perfektion in der Bedienung trifft auf höchste Fahrdynamik, die bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h elektronisch gestoppt wird. Der XC40 Recharge lässt sich mit dem Gaspedal beschleunigen und verzögern. Das Ein-Pedal-Fahren macht Spaß. Dabei lassen sich auch die Akkus laden. Einen überzeugenden Eindruck hinterlässt auch das Fahrwerk mit einer guten Spreizung von komfortabel bis straff.

410 Kilometer (350 km im Test) kommt der XC40 offiziell mit einer Akkuladung.
410 Kilometer (350 km im Test) kommt der XC40 offiziell mit einer Akkuladung.

Mit einem Stromverbrauch von 24,4 kWh und einer offiziellen Reichweite von 410 Kilometern zählt der Volvo-Stromer leider nicht zu den effizientesten Modellen am Markt. Man kann halt nicht alles haben – Fahrspaß Ende nie und Langstrecke. In der Praxis sind rund 350 Kilometer jedenfalls drin. Dann lässt sich der Akku in rund 40 Minuten (0 bis 80 Prozent) aufladen.
Die Strom-Premiere der Schweden, das steht außer Frage, ist geglückt – und wie!

Volvo XC40 Recharge

Motor/Antrieb E-Motoren mit 300 kW (408 PS), 78 kWh-Akkus, 410 km Reichweite, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in unter 5 Sek, Spitze 180 km/h, Verbrauch 24,4 kWh, Test: 26,5 kWh

Preis ab 62.850 Euro; Testwagen: 67.458 Euro