Der angriffslustige „große Bär“

Mobilität / 03.09.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit 4,70 Metern Außenlänge hat der Raumstifter auch die Größe, die es zulässt, den großspurigen Auftritt zu zelebrieren.<span class="copyright"> steurer</span>
Mit 4,70 Metern Außenlänge hat der Raumstifter auch die Größe, die es zulässt, den großspurigen Auftritt zu zelebrieren. steurer

VN-Testbericht: Skoda Kodiaq 4×4 RS TSI DSG.

Skoda Der Kodiaq ist gleichsam das Flaggschiff in der SUV-Familie von Skoda und gilt mithin auch als der „große Bär“ im Modellreigen der Marke. Um dran zu bleiben am Trend, der Hochbeiner mit Sinn für Familie und Freizeit favorisiert, hat das Mittelklasse-SUV vor geraumer Zeit eine Auffrischung erfahren, die den raumgreifenden Allrounder weiter an Souveränität im Kreis der Konkurrenz gewinnen lassen soll.

Couragiert und dynamisch steht er da im modernen Skoda-Antlitz mit überarbeitetem Kühlergrill und geschlitzten Scheinwerfern, optional nun auch mit LED-Matrix-Licht. Der modellgepflegte Kodiaq wirkt kernig-kantig, nicht zu klobig. Mit feinsinniger Frontkosmetik und dezenter Heckkorrektur will der frisch aufgebügelte Tscheche zielsicher weiter in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vorfahren.

Kantige Heckpartie: hinter der großen Klappe viel Platz für Transportbedürfnisse.
Kantige Heckpartie: hinter der großen Klappe viel Platz für Transportbedürfnisse.

Straffes Fahrwerk als guter Kompromiss zwischen gesunder Härte und langstreckentauglichem Komfort.

In die Vollen greift Skoda gar mit dem Top-Modell. Allrad, Platz, Kraft – all das bringt der neu aufgelegte Kodiaq RS mit auf die Piste. Allein schon die wuchtigen 20-Zoll-Alus mit den roten Bremssätteln signalisieren einem, dass da ein griffig-bissiger Asphalt-Provokateur am Start ist. Herzstück des Muskeltyps ist indes das neue 2,0-l-Turbobenzinertriebwerk mit satten 245 PS, das unter der imposanten Motorhaube werkelt. Das Vierzylinder-Aggregat, das auch dem Golf GTI so richtig Beine macht, wertet das gradlinige Alltagstalent in der Tat zum Sport-SUV auf. Wir geben an der Stelle gerne zu, dass uns im VN-Test mit dem Kodiaq RS das Öko-Gewissen schon einigermaßen plagt, allerdings überwiegt dann doch das Gefühl für den Fahrspaß, den der Hochsitz-Express zu vermitteln weiß. Von der Leine gelassen, nimmt der 1800 Kilo schwere SUV-Athlet unter akustischer Kratzbürstigkeit des Triebwerks druckvoll Fahrt auf. Der RS hängt munter am Gas, dreht mühelos in die Hochtourenregion hinein. Agil und spurtreu folgt der Allradler auch kurvenreichen Landstraßen. Unter harmonischem Mitwirken des Doppelkupplungsgetriebes lässt sich der große Brummer aber natürlich auch in ziviler Gangart durch die Gegend bewegen. Wissen muss man, dass der Kraftmeier etwa im gestreckten Galopp über die Autobahn schon einigermaßen Sprit mitnimmt. Schon schade, dass Skoda beim Antrieb auf jegliches Vitamin E als Beigabe verzichtet, was den Durst des bärenstarken Benziners durchaus zügeln könnte. Was den Sport-SUV wieder sympathisch macht, ist, dass der Mitnahme-Effekt voll gegeben ist. Für den Kodiaq gilt: große Klappe, viel dahinter. Mit dem Kofferraumvolumen von 765 bis maximal 2005 Litern ist er ein wahrhafter Lademeister.

Modernes Digitalcockpit: ergonomisch und elektronisch voll auf der Höhe. 
Modernes Digitalcockpit: ergonomisch und elektronisch voll auf der Höhe. 

Mit dem modernen Multimediasystem samt großformatigem Touchscreen sowie neuem Digitaltacho und allerlei Sicherheits- und Komfortfeatures bis hin zu 3-Zonen-Climatronic, Sitzheizung-/kühlung, Rundumkamera samt Parkassistent sowie Stauschlauberger, Spurhalteassistent und Sprachsteuerung zeigt der Midsize-SUV, dass er voll auf der Höhe der Zeit unterwegs ist.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 4-Zylinder-Turbobenziner, 245 PS, 370 Nm bei 1600 – 4300 U/min, Allradantrieb, 7-G-DSG

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h: 6,5 Sek., Spitze: 234 km/h, Norm: 7,5 l (170 g CO2/km) Test: 9,2 l

Preis Grundpreis. 61.970 Euro, Testwagen: 68.358 Euro.