Michael Gasser

Kommentar

Michael Gasser

Österreicher leiden leise

Motor / 22.03.2013 • 13:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Autofahren macht Spaß, mitfahren hingegen ist oft eine Qual. Was viele immer schon wussten, bestätigt jetzt auch eine repräsentative Umfrage. So fühlen sich 80 Prozent der Befragten unwohl, wenn der Fahrer zu schnell und zu dicht auffährt. 55 Prozent der Mitfahrer leiden unter unkonzentrierten Fahrern, die mit dem Handy telefonieren oder am Radio hantieren. Zwei von zehn Befragten fühlen sich bei rauchenden Fahrern unwohl, weil die nur eine Hand am Steuer haben.

Die Umfrage spricht Beifahrern aus der Seele, weil selbst schweigen sie meist. Österreicher leiden nämlich leise – auch das steht jetzt fest. Jeder dritte Mitfahrende traut sich demnach nicht, sein Unwohlsein gegenüber dem Fahrer zu artikulieren.

Wobei es gar keine Worte braucht, um zu zeigen, was man vom Fahrstil des Autolenkers hält. Auch das geht aus der Umfrage hervor. So hält sich jeder zweite Österreicher am Türgriff fest oder bremst mit. Frauen setzen öfter auf die nonverbale Kommunikation als Männer.

Die Automobilhersteller kennen diese Muster schon lange. Darum hat auch fast jedes Fahrzeug auf der Beifahrerseite einen Griff oberhalb des Fensters. Wozu der da ist, verrät schon sein Name: Er heißt Panikgriff!

michael.gasser@vn.vol.at, 05572/501-265