Michael Gasser

Kommentar

Michael Gasser

Eine Qual mit der Wahl

Motor / 29.03.2013 • 13:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Und wieder eine Wahl, und wieder ein neuer Gewinner – fast schon wie im Lotto. Wo­rum es geht? Um die Wahl der besten Autos. Durchgeführt von mal mehr und mal weniger fachkundigen Jurys sind sie längst zu einem wichtigem Marketing-Instrument geworden. Welcher Hersteller hält nicht gerne einen Siegerpokal in die Höhe. And the winner is . . .

„Car of the year“ heißt einer der Preise, ein anderer „World car of the year“, dann gibt es „Goldene Lenkräder“ und vieles mehr. Beim Werben um die Gunst der Juroren gehen die Hersteller in die Vollen und oft an die Grenzen aller Compliance-Regeln.

Während Wettbewerb üblicherweise das Geschäft belebt, verhält sich das bei Auto-Wahlen gegenteilig. Mit der Inflation der Auszeichnungen sinkt die Bedeutung. Vergleichen kann man das mit dem Boxsport, wo es in einer Vielzahl von Verbänden unterschiedlichste Titel zu gewinnen gibt. Weltmeister nach WBA, WBC, IBF oder WBO – kaum ein Zuschauer blickt da noch durch.

Und so geht es auch den Konsumenten im Autohandel, die es nur mehr mit Testsiegern und Preisträgern zu tun haben. Am besten also einfach ignorieren. Keine Autowahl ersetzt die Probefahrt. Am Ende zählt nur das eigene Urteil. Schließlich ist und bleibt der Autokäufer der wichtigste Juror.

michael.gasser@vn.vol.at, 05572/501-265