Kompakter Kraftsportler strebt eine Blitzkarriere an

Motor / 29.03.2013 • 13:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die neue Astra-Power bei Opel: Das kompakte Kraftpaket auf vier Rädern macht optisch viel her. Fotos: Hartinger
Die neue Astra-Power bei Opel: Das kompakte Kraftpaket auf vier Rädern macht optisch viel her. Fotos: Hartinger

Opel will mit dem potenten Kompakt-Sportler Astra OPC das Image beschleunigen.

opel. Die von Opel, die leben Autos. So verheißt es zumindest der gängige Slogan der Marke mit dem Blitz. Und wir von den VN, wir wollen wissen, wie dieses Lebensgefühl gleichsam erfahrbar wird. Als Testkandidaten haben wir uns dazu den schärfsten Astra aller Zeiten, den OPC – steht für Opel Performance Center – ausgesucht.

Der erste Eindruck? Ein PS-Protz, der auf Schau-Stehler macht und offenbar frech auf die Poleposition vorfahren will: Schürzen, Schweller und Spoiler rundum, von vorn bis hinten scharf geschnittenes Blechkleid, dazu die großkalibrige doppelflutige Abgasanlage und dicke 20-Zoll-Räder. Das zusammen soll jungen und – vermeintlich – jung gebliebenen Dynamikern, die gern mit beschleunigter Pulsfrequenz am Lenkrad – das beim Astra-Sportgerät übrigens beheizbar ist – drehen, schon mal signalisieren: Mit mir kannst du jede Menge Fahrspaß haben.

Als Kraftquell dient dem bulligen OPC ein Zweiliter-Turbobenziner. Das Vierzylinder-Aggregat mobilisiert satte 280 PS. Gebändigt von einem kurz gestuften Sechsgang-Getriebe zerrt er mit maximal 400 Nm am Asphalt.

Voller Temperament

Schon bei den ersten kurzen Ausfahrten zeigt sich, dass der Sportsfreund auf vier Rädern einfach nur losspurten will. Um das Temperament, das auf Leidenschaft hindeutet, vollends zu entfesseln, empfiehlt sich, die auf der – etwas unübersichtlichen – Mittelkonsole platzierte OPC-Taste zu drücken.

Nicht nur, dass da die Instrumentenleuchten gleichsam plötzlich rotsehen. Ein erhöhter Ladedruck, noch direktere Gasannahme samt Lenkung, gestraffte Dämpfer – das in einem macht das Opel-Sportcoupé auf kurvenreicher Überlandfahrt zum Raubein mit der Vorliebe für kurze Überholwege.

Indes: Irgendwann muss der immerhin über 1,5 Tonnen schwere OPC seinem Gewicht im Grenzbereich Tribut zollen. Kurzum: Es muss nicht sein, dass man das Flex-Ride-Sportfahrwerk und das mechanische Sperrdifferenzial andauernd überstrapaziert. Und außerdem geht einem bei dauerhaft forscher Gangart der kompromisslos-brachiale Sound der Auspuffanlage – subjektiver Eindruck wohlgemerkt – irgendwann auf die Ohren. Mit dem Dauerbeschleuniger längere Zeit ganz kommod unterwegs sein, hat auch was für sich. Schon allein wegen der rauen Trinksitten des OPC.

Negativ: durstiges Temperament, großer Wendekreis, eingeschränkte Übersichtlichkeit, enger Fondbereich
Negativ: durstiges Temperament, großer Wendekreis, eingeschränkte Übersichtlichkeit, enger Fondbereich
Sportives Cockpit, wuchtige Schalensitze.
Sportives Cockpit, wuchtige Schalensitze.
Ein auffällig mächtiger Dachspoiler.
Ein auffällig mächtiger Dachspoiler.
Positiv: bärenstarker Motor, üppige Ausstattung, gut nutzbarer Kofferraum, exzellente Fahrleistungen
Positiv: bärenstarker Motor, üppige Ausstattung, gut nutzbarer Kofferraum, exzellente Fahrleistungen

Fakten

» Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbobenziner, 280 PS, 400 Nm/2500-4500 U/min, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb.

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf
100 km/h in 6 Sek., Spitze: 250 km/h, Verbrauch: 8,1 Liter SuperPlus, Test: 11,3 l.

» Preis: Grundpreis: 35.390 Euro, Testwagen: 42.623 Euro.