Kompakter Allrad-Geselle gibt den neuen Raumstifter

Motor / 04.10.2013 • 13:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Frisches Design und neues Format: Der Ford Kuga ist flott unterwegs. Fotos: vn/steurer
Frisches Design und neues Format: Der Ford Kuga ist flott unterwegs. Fotos: vn/steurer

Der talentierte Selbstzünder-Kuga macht hörbar auf sich aufmerksam.

ford. Im Segment der Kompakt-SUV kam er gleichsam als Spätzünder auf die Straße. 2008 war das, als Ford den Soft-Offroader Kuga als Nachfolger des inzwischen fast völlig vergessenen Maverick losschickte, um in einer der heiß umkämpftesten Klassen der Autobranche Boden gutzumachen.

Und tatsächlich: Der gefällig gestylte Hochsitz aus Köln kam vergleichsweise gut an. Schick und komfortabel – indes nicht ganz so geräumig wie mancher SUV-Konkurrent –, so konnte der Kuga alsbald eine veritable Fangemeinde um sich versammeln. Nun soll die Anhängerschaft weiter wachsen. Um das zu erreichen, hat Ford seinem Kompakt-SUV in der Neuauflage nicht nur einen Feinschliff an Ecken und Kanten verpasst, sondern ist mit dem verkappten Geländewagen auch in die Verlängerung gegangen. Acht Zentimeter mehr Außenlänge, bei allerdings gleichem Radstand, macht der Unterschied zum Vorgängermodell aus.

Da lässt sich einräumen

In neuer Größe mit jetzt 4,52 Meter will der Kuga endgültig zum Familienauto im modischen Offroad-Look werden. In der Tat: Trotz insgesamt niedriger Karosseriehöhe ergibt sich mehr Kopffreiheit für die Fondgäste, zudem wurde mehr Platz fürs Gepäck geschaffen. Auf 1653 Liter wächst der Stauraum, liegen die geteilten Rücksitze flach. Ob es nun der Familienausflug mit der Schwiegermutter an Bord ist oder die samstägliche Fahrt zum Möbelabholmarkt – im VN-Test konnten wir erfahren, dass sich in den Kuga ordentlich einräumen lässt.

Für den Vortrieb sorgte bei uns der 2,0-l-Turbodiesel mit 140 PS. Vom Start weg macht der Selbstzünder unüberhörbar auf sich aufmerksam, geht mit vernehmbarer Lautstärke ans Werk. Da erwacht eine Antriebsquelle, die einen im wahrsten Sinn des Wortes aufrüttelt. Die akustische Präsenz wirkt gerade in der Stadt beim häufigen Anfahren und Beschleunigen leicht irritierend. Die Qualitäten des Dieselaggregats erschließen sich einem erst mit Verzögerung. Der Selbstzünder zerrt zwar mit bis zu 320 Nm am Asphalt, lässt es aber – nicht zuletzt durch die bisweilen träge Automatik – eher gemütlich angehen. Aber einmal in Schwung, läuft der 1,7-Tonner ganz prima dahin. Souverän schwingt sich der Allrad-Kuga bei unaufgeregter Fahrt spursicher von Kurve zu Kurve und belästigt einen nicht über Gebühr mit dem aktuellen Straßenzustandsbericht. Wunschdenken bleibt indes der mit 6,2 Liter angegebene Durchschnittsverbrauch auf die 100-km-Distanz; 7,9 Liter zeigte uns der Bordcomputer an. Drunter ging’s nicht, drüber immer. Wiederum angenehm überrascht der Kuga in der von uns gefahrenen „Titanium“-Version. Mit allerlei Sicherheits- und Assistenzsystemen sowie Komfortfeatures wie Zweizonen-Klima, Sony-Navisystem, Sportsitzen in Leder-Stoff-Polsterung oder sensorgesteuerter Heckklappe ausgestattet, fährt er ziemlich nobel vor. Das passt.

Positiv: vorne und hinten ordentliches Platzangebot, üppiges Ladevolumen, gute Straßenlage und Fahrstabilität
Positiv: vorne und hinten ordentliches Platzangebot, üppiges Ladevolumen, gute Straßenlage und Fahrstabilität
Der Kompakt-SUV kann ganz schön was wegpacken.
Der Kompakt-SUV kann ganz schön was wegpacken.
Großzügig gestalteter Innenraum.
Großzügig gestalteter Innenraum.
Negativ: fummelige Bedienelemente, rauer Motorlauf, Mini-Bildschirm, eingeschränkte Übersichtlichkeit.
Negativ: fummelige Bedienelemente, rauer Motorlauf, Mini-Bildschirm, eingeschränkte Übersichtlichkeit.

Fakten

Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodiesel, 140 PS, 320 Nm bei1750 U/min, Allradantrieb, Sechsgangautomatik.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 11,2 sek., Spitze. 187 km/h, Verbrauch: 6,2 l (162 CO2/km), Testverbrauch: 7,9 l Diesel

Preis: 36.700 Euro, Testwagen: 41.790 Euro

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