Ein Bentley zeigt Wucht und Würde

Motor / 24.10.2013 • 10:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die 625 PS des W12-Doppelturbo garantieren im neuen Bentley Flying Spur für souveränen Vortrieb. Fotos: werk
Die 625 PS des W12-Doppelturbo garantieren im neuen Bentley Flying Spur für souveränen Vortrieb. Fotos: werk

Der Bentley Flying Spur bleibt bei feinster Luxus-Ausstattung elektronisch zurückhaltend.

Bentley. Schüchtern sollte man nicht sein, wenn man Bentley fährt. Egal, welches Modell der britischen Edelschmiede mit deutschem (Volkswagen-)Beistand erscheint – es passiert nie unbeachtet. Umso weniger der neue in mehr als 600 Detail-Teilen bearbeitete Flying Spur, der sportlicher und nicht nur optisch schlanker gestylt ist, mit glattflächigerer, dynamischerer Karosserie und ein wenig weniger Basis-Gewicht (50 Kilo), dank Einsatzes von Karosserie-Leichtbauteilen.

Sein dennoch nach wie vor wuchtiger Auftritt – er misst in der Länge gut 5,3 Meter, in der Breite 2,2 (gemessen an den Außenspiegeln) – sorgt etwa auf der Autobahn für eine stets freie Fahrspur. Mit hoher Würdigkeit. Ohne dass man auf unnoble Auffälligkeiten wie Drängeln, Blinken oder Hupen zurückgreifen müsste. Auch deshalb, weil das Wissen um die zur Verfügung stehenden 625 PS (bisher 540) und 800 Nm Maximaldrehmoment aus dem W12-Doppelturbo-Aggregat Selbstbewusstsein verleihen und die Gänge nicht händisch sortiert werden müssen. Das erledigt die Achtgang-Automatik blitzschnell, sobald der 2,5-Tonner in Bewegung ist, wobei im Sport-Modus via Schaltwippen eingegriffen werden kann. Damit ausgerüstet, bescheinigt Bentley dem Flying Spur die Fähigkeit, den 0-auf-100-Sprint in 4,6 Sekunden zu absolvieren und bis zu einer Top-Speed von 322 km/h zu galoppieren, pardon zu gleiten. Denn die Kombination aus Luftfederfahrwerk und feinster Geräuschdämmung ergibt für Fahrer und Passagiere höchst noblen Komfort, man ist abgekoppelt von Fahrbahn-Ungereimtheiten und vom Lärm der Außenwelt, dabei umgeben von einer feinen Interieur-Komposition aus Leder, Holz und Metall. Fond-Passagiere freuen sich über luxuriöse Beinfreiheit, denn die imposante Länge und der mehr als drei Meter lange Radstand kommen ihnen zugute und weniger dem Kofferraum. Dessen Volumen ist mit 475 Liter eher bescheiden.

Es gleicht, wie von Bentley gewohnt, kein Flying Spur dem anderen: Gut hundert Karosserielack-Farben stehen zur Auswahl, dazu 17 Varianten von – handvernähtem – Leder und sieben Holzfurnier-Versionen. Das ergibt unzählige Kombinationen, denn Exklusivität ist oberstes Gebot. Dazu kommt, neben der umfangreichen Basis-Ausstattung mit unter anderem einem 8“-Farb-Touchscreen fürs Infotainment-System,
Hi-Fi-Anlage, Heiz-/Kühlsitzen etc. eine lange Liste an Optionen. Darunter eine Carbon-/Keramik-Bremsanlage, die sich dann empfiehlt, wenn der „fliegende Sporn“ öfter durchs Gebirgige fliegen soll.

Wenige technische Assistenten

Zur Noblesse des Flying Spur gesellt sich Konservativität: Trotz der technischen Aktualität der erwähnten Mitgift-Features werden elektronische Fahrhilfen wie diverse Assistenten für Spurhalten, Fernlicht oder Totwinkel- und Fußgänger-Erkennung etc. (noch) nicht angeboten.

Gediegene Holz- & Leder-Komposition.
Gediegene Holz- & Leder-Komposition.
475 Liter Ladegut passen hinter die Heck-Haube.
475 Liter Ladegut passen hinter die Heck-Haube.

Fakten

» Motor/Antrieb: 6,0-Liter-W12 Doppelturbo, 625 PS, 800 Nm/permanenter Allradantrieb (40:60 v:h), Achtgang-Automatik

» Fahrleistung: 0 auf 100 in 4,6 sec, 322 km/h Top-Speed

» Preis/Lieferfrist: ab 243.880 Euro/acht Monate ab Bestellung

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