Gefühl fürs harmonische Ökosystem

Motor / 06.12.2013 • 11:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Diabolo-Grill, zackig-kantige Scheinwerfergrafik, geschwungene Linien. Lexus IS 300h macht auf sportlich-dynamisch. Fotos: vn/steurer
Diabolo-Grill, zackig-kantige Scheinwerfergrafik, geschwungene Linien. Lexus IS 300h macht auf sportlich-dynamisch. Fotos: vn/steurer

Der noble Hybrid-Lexus IS 300h offeriert als Umweltfreund keine Magerkost.

lexus. Vom zugeknöpften Mauerblümchen zum fast offenherzigen Draufgänger: Toyotas Nobel-Tochter Lexus hat den vormals vergleichsweise biederen Mittelklässler IS kräftig auf Vordermann gebracht. Mit der neuen Limousine sind interessierte Blicke von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern garantiert. Ganz schön knackig, was die Japaner auf 4,66 Meter Länge da auf die Räder gestellt haben. Augenfällig dynamisch ist der Auftritt, das passt schon mal. Das komplette Design dient nicht zuletzt auch einer optimierten Aerodynamik.

Neben dem sportlichen Outfit machen den Lexus IS 300h im VN-Test vor allem aber auch sein Hybridantrieb, also die Kombination aus Benzin- und Elektromotor, sowie die technischen Helferlein besonders spannend. Kurzum: Wie fühlt sich die grüne Imagepflege bei Lexus an und wie gibt sich der Öko-Japaner im Alltagsbetrieb? Der IS 300h schickt immerhin stramme 223 PS an die Hinterachse. Die beachtliche Systemleistung ergibt sich aus einem 2,5-l-Benzinmotor mit 181 PS und einem 105-kW-Elektromotor. Die Kraftübertragung übernimmt ein stufenloses Automatikgetriebe.

Wir steigen ein, schnallen uns an, starten, und hören – nichts. Der elektrische Kaltstart funktioniert bestens. Der Hybrid-Lexus ist ein Leisetreter, rollt geräuschlos an; beim heftigen Gasgeben schaltet sich dann der Verbrenner ruckelfrei hinzu.

Vom motorisch-technischen Zusammenspiel, das da unterm Blechkleid vor sich geht, bekommt man am Steuer praktisch nichts mit. Als Hybrid-Neuling ertappt man sich am Anfang beim Fahren nur ständig dabei, dass viel Aufmerksamkeit den auffällig-ungewöhnlichen Zusatzanzeigen am Armaturenträger und den Grafiken auf dem Info-Bildschirm gilt. Und plötzlich nimmt man auch die mittig angeordnete edle Analog-Uhr wahr. Überhaupt ist der Lexus IS 300h exzellent ausgestattet. Vom Navi-/Audio-Paket mit Rückfahrkamera über Lederpolsterung bis hin zu Assistenzsystemen wie Abstandstempomat und Spurwechselwarner ist vieles drin und dran, was einem im Alltagsverkehr angenehm auffällt. Dazu passt auch, dass alle Passagiere – ob nun vorne oder hinten sitzend – genügend Kopf-, Ellbogen- und Beinfreiheit vorfinden.

Bei allem praktischen Talent fährt sich der Öko-Typ vergleichsweise unaufgeregt. In der Stadt schwimmt der Teilzeitelektriker geruhsam im Verkehr mit, bei Überland- und Autobahnfahrten erzielt er wackere Fahrleistungen. Bei ökonomisch-moderater Fahrweise begnügte sich der IS 300 h im Schnitt mit 5,5 Liter Super auf die 100-km-Distanz und lag damit zur Werksangabe von 4,3 Liter noch im grünen Bereich.

Vornehm ausgestaltetes Cockpit.
Vornehm ausgestaltetes Cockpit.
Eigenwillig gestaltete Heckpartie.
Eigenwillig gestaltete Heckpartie.
Negativ: mäßige Übersicht, überflüssiger Soundsimulator, gewöhnungsbedürftige Navi-Einstellungen.
Negativ: mäßige Übersicht, überflüssiger Soundsimulator, gewöhnungsbedürftige Navi-Einstellungen.
Positiv: üppige Ausstattung, ausreichendes Kofferraumvolumen, gute Verarbeitung, angenehmes Fahrgefühl
Positiv: üppige Ausstattung, ausreichendes Kofferraumvolumen, gute Verarbeitung, angenehmes Fahrgefühl

Fakten

» Motor/Antrieb: R4-Zylinder-Benziner/181 PS, 105-kW-E-Motor/143 PS, 300 Nm, Stufenlos-Automatik, Hinterradantrieb.

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 8,3 Sek., Spitze: 200 km/h (abgeregelt), Verbrauch 4,3 l Super (99 g CO2/km), Test: 5,5 l.

» Preis: Grundpreis: 36.900 Euro, „Executive“-Version 46.600 Euro.