Der Topolino würde seinen Urenkel ganz sicher mögen

Motor / 20.06.2014 • 13:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit dem Retro-Modell 500 ist Fiat ein ganz großer Wurf gelungen. Fotos: VN/Steurer
Mit dem Retro-Modell 500 ist Fiat ein ganz großer Wurf gelungen. Fotos: VN/Steurer

Mit dem 500 S schließt Fiat die Lücke zwischen dem normalen 500 und den Abarth-Modellen.

Fiat. Erinnern Sie sich? Alles begann mit dem „Topolino“. 1936. Einer fährt noch in Dornbirn und Umgebung. Süß sieht der aus. „Topolino“ heißt übersetzt so viel wie „Mäuschen“. Und tatsächlich gleichen die Fahrzeuge, mit denen Micky Mouse seine Mini Mouse spazieren fährt, dem Kleinwagen von Fiat schon sehr. Heute würde Micky wohl zum 500er Fiat greifen, und sollte die kleine Juxkugel auch noch Trickfilm-gerecht um die Ecken knattern, wählte der US-amerikanische Comicstar mit Sicherheit den Fiat 500 S. Am besten den mit dem 95 PS starken Dieselmotor. Das haben wir auch getan. Und es nicht bereut.

Flott ist er und fährt er sich

Sportlich steht er da. Ein richtiger Rennzwerg. Die Techniker haben ihm Front- und Heckschürze der US-Modelle angezogen. Zudem neben ABS, ESP und sieben Airbags noch ein Lederlenkrad und Sportsitze mit roten Nähten verpasst. Wie ein Großer. Ein spezieller wütend-roter Schaltknauf prangt unterhalb des edlen Armaturenbretts mit seiner Einlage in Matt-Silber. Auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen im Y-Speichen-Design rollt er an den Start. Stolz die Zierelemente in „Dark Chrom“, eine Seitenschwellerverkleidung in Wagenfarbe, den Dachspoiler und abgedunkelte Seitenscheiben präsentierend. Klimaanlage, Autoradio mit CD/MP3-Player, die Freisprechanlage Blue & Me, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und die elektrische Servolenkung „Dualdrive“ gehören auch zum Paket. Was da alles Platz hat!

Optional hatte unser Testfahrzeug noch eine feine Lederpolsterung „Poltrona Frau“ , Bi-Xenon-Scheinwerfer und das Cool Sound-Paket inklusive HiFi-Soundsystem an Bord. Und sogar eine Einparkhilfe, die bei einer Gesamtlänge von 3,5 Metern reichlich übertrieben scheint.

Und? Was jetzt? Na, wie er sich fährt? Ach so, toll natürlich. Der Diesel kommt super in die Gänge. Entwickelt sein maximales Drehmoment von 200 Nm bereits bei 1500 Umdrehungen. Ziemlich laut ist er zwar. Dafür 180 km/h schnell. Dem manuellen Fünf-Gang-Getriebe fehlt auf der Autobahn gelegentlich der sechste Gang. Dafür raunzt er super um die Kurven – Straßenlage 1A.

Ist er sparsam? Ja, aber nicht ganz so spartanisch wie angepriesen. Statt 3,7 Liter waren es bei uns 4,6. Aber das ist ja auch noch gut verkraftbar. Eine Reisekutsche ist der 500er nicht, aber immerhin lassen sich die 180 Liter Kofferraum durch Umklappen der Sitze auf 500 Liter erweitern. Insgesamt ein feiner Stadtflitzer, allerdings nicht ganz billig.

Edel und sehr übersichtlich ist das Cockpit.
Edel und sehr übersichtlich ist das Cockpit.
Negativ: Der Diesel dröhnt während der Fahrt deutlich zu laut in den Ohren der Passagiere.
Negativ: Der Diesel dröhnt während der Fahrt deutlich zu laut in den Ohren der Passagiere.
Positiv: Fesch bis ins Detail gelingt der Spagat zwischen kompaktem City-Flitzer und brauchbarem Reisefahrzeug.
Positiv: Fesch bis ins Detail gelingt der Spagat zwischen kompaktem City-Flitzer und brauchbarem Reisefahrzeug.
Sieht nicht nur rasant aus: Der Fiat 500 S.
Sieht nicht nur rasant aus: Der Fiat 500 S.

Fakten

Motor/Antrieb: 4-Zylinder-Diesel, 1248 ccm, 70 Kw (95 PS) bei 4000 U/Min, Drehmoment 200 Nm/ 1500 U/min5 Gang

Fahrleistung/Verbrauch: Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, 0-100 km/h in 10,7 sec, Verbrauch 3,7 l (4,6 Test)

Preis: Einstiegspreis 14.400 Euro, Testwagen 21.000 Euro

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