Ein kreuzbraves Allroundtalent

Motor / 15.08.2014 • 15:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Toyota RAV 4 lässt es sich familienfreundlich reisen, und Abstecher ins leichte Gelände gelingen auch. Fotos: vn/steurer
Mit dem Toyota RAV 4 lässt es sich familienfreundlich reisen, und Abstecher ins leichte Gelände gelingen auch. Fotos: vn/steurer

Toyota-Kompakt-SUV mit Allrad und Spardiesel von verlässlicher Alltagstauglichkeit.

Toyota. Wie das so ist. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Als der RAV 4 vor 20 Jahren als leichter Geländegänger erstmals im Straßenverkehr auftauchte, war der dreitürige Mini-SUV mit lediglich 3,69 Meter Außenlänge stets ein guter Verbündeter bei der Parkplatzsuche in der Stadt. Mit dem kleinen Freizeitmobil konnte man einfach jede sich bietende Lücke nutzen.

Drei Modell-Generationen später verhält sich das mit dem freundlichen Japaner inzwischen ganz anders. Mit dem mittlerweile auf stattliche 4,57 Meter gedehnten und wuchtigen Familien-Allrounder bedarf es schon eines feinfühligen Lenkrad-Drehs, um etwa beim Ein- und Ausparken in stark frequentierten und eng gebauten EKZ-Tiefgaragen nicht in Beulengefahr zu geraten.

Andererseits hat der moderne RAV 4 wiederum so feine optionale Annehmlichkeiten zu bieten wie die automatisch öffnende/schließende Heckklappe, sie funktioniert elektrisch per Knopfdruck. Überhaupt, der Laderaum. Infolge der neuen Größe des RAV 4 ist der verfügbare Stauraum mit einem Maximalvolumen von knapp 1850 Liter (inklusive einem Bodenfach) gleichsam ein gefräßiges schwarzes Loch. Da passt allerhand hinein, vom Mountainbike über die Heimwerkerleiter bis hin zur Badezimmerkommode.

Und wie kommt der immerhin um die 1,7 Tonnen schwere Allradtyp in Schwung? Um das auszuprobieren, waren wir im VN-Test mit dem 2,0-l-Einsteigerdiesel unterwegs. Kurzum: der 124-PS-Selbstzünder ist beileibe keine rollende Verzichtserklärung, was die Kraftentfaltung angeht. Der so motorisierte RAV 4 liefert im Alltagsbetrieb einen beachtlichen Auftritt ab. Ist erst einmal die kleine Anfahrtsschwäche überwunden, schiebt das Turboaggregat per exaktem Sechsganggetriebe die Fuhre ordentlich an. Es geht auf Abruf munter vorwärts. So entsteht denn auch weder auf Überlandfahrten noch auf Autobahn­etappen der Eindruck, der alles andere als leichtgewichtige Softroader sei untermotorisiert. Dazu passt auch, dass der allzeit unüberhörbare Dieseltyp vergleichsweise moderate Trinksitten vorzuweisen hat.

Das funktionelle Cockpit lässt keine Fragen offen.
Das funktionelle Cockpit lässt keine Fragen offen.
Das rundum eigenwillige Design des Toyota RAV 4 fällt auf.
Das rundum eigenwillige Design des Toyota
RAV 4 fällt auf.
Negativ: rauer Motorlauf, Materialauswahl noch weiter verbesserbar, großer Wendekreis, mäßige Sicht nach hinten
Negativ: rauer Motorlauf, Materialauswahl noch weiter verbesserbar, großer Wendekreis, mäßige Sicht nach hinten
Positiv: gute Traktion, starre Kraftverteilung aktivierbar, groß und gut nutzbarer Laderaum, gute Ausstattung
Positiv: gute Traktion, starre Kraftverteilung aktivierbar, groß und gut nutzbarer Laderaum, gute Ausstattung

Fakten

Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodiesel, 124 PS, 310 Nm/1600 bis 2400 U/min, 6-Gang-Schaltgetriebe, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 11 Sek., Spitze: 180 km/h, 5,3 l (136g/km CO2) Testverbrauch: 6,5 l Diesel

Preis: „Executive“-Version: 36.612 Euro, Testwagen: 38.246 Euro

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