Wenn Porsches quer fahren: Eisballett in Tirols Bergen

Motor / 27.02.2015 • 13:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Quer in die Kurve – so viel Spaß bereitet der Macan im Schnee. Fotos: werk/Julia Türtscher
Quer in die Kurve – so viel Spaß bereitet der Macan im Schnee. Fotos: werk/Julia Türtscher

Porsche Driving Experience: Ein Fahrerlebnis auf ganz schön rutschigem Untergrund.

Porsche. „Alles Stopp“, krächzt es aus dem Funkgerät. „Der Boxster hat sich gedreht“, folgt nach einer kurzen Pause mit rheinländischem Akzent. Die Stimme gehört Matthias Hoffsümmer, einem der Chef-Instruktoren von Porsche in Zuffenhausen. Es war nicht die erste Aufforderung zur abrupten Pause an diesem Nachmittag und auch nicht die letzte. Wenn mehrere hundert PS-starke Autos auf abgesperrter Strecke mit dem Ziel, quer zu fahren, bewegt werden, dann bleiben Dreher nicht aus. Manch einer hat sich beim Eisballett in den Tiroler Bergen allerdings öfter gedreht als in den letzten Jahren auf der Tanzfläche.

Den Eistanz gibt es im Rahmen der Porsche Driving Experience – einem Kunden­event, das der Markenbindung dient. Und einem, das Besitzern und Interessenten zeigen soll, wozu die edlen Sportwagen und schicken SUVs in der Lage sind. Denn so wie auf dem etwa vier Fußballfelder großen, mit Pistenfahrzeugen präparierten Schneefeld fährt auf einer öffentlichen Straße keiner, der etwas an seinem Leben hält. Abflug garantiert.

Kunst des Driftens

Das Zauberwort heißt Driften – die höchste Kunst des Kurvenfahrens. Und das geht bei Fahrzeugen mit hochkomplexer Antriebstechnik nur, wenn ein paar technische Helfer abgeschaltet werden. Das Porsche Traction Management (PTM) bei den Allradmodellen der Marke steuert elektronisch die vollvariable Lamellenkupplung, die die Antriebskraft zwischen der permanent angetriebenen Hinterachse und der Vorderachse verteilt. Das sorgt für maximale Traktion bei höchster Sicherheit. Mit anderen Worten: Querfahren ist nicht möglich, weil die Technik für maximalen Schlupf sorgt. So soll es sein im Straßenverkehr – damit das Auto auf der Straße bleibt. Und weil der Allradantrieb bei Porsche sehr aktiv ausgelegt ist, gibt es beim Fahrspaß auch keine Einschränkungen. Beim Driften schon. Deshalb: Sporttaste drücken, das PTM abschalten. Und dem Eisballett steht nichts mehr im Weg?

Die ersten Versuche den Macan querzustellen, gehen daneben. Dabei hat sich das doch so einfach angehört. Lastwechsel, und schon kommt das Heck, hat Porsche-Instruktor Hoffsümmer versprochen. Und bei den Allradmodellen nur nicht zu stark gegenlenken, hat er den Teilnehmern auch noch mit auf den Weg gegeben. Beim Boxster und Cayman schon, weil die beiden Mittelmotor-Sportler ja Hecktriebler sind. Aber das ist nicht bei jedem angekommen. „Alles Stopp“, tönt es schon wieder aus dem Funk. Ja, richtig geraten. Der Boxster – wieder gedreht.

Fest am Gas

Alles erfahrene Motor-Journalisten, die sich da im Schnee plagen. Matthias Hoffsümmer steht zwischen zwei Pylonen, das Funkgerät am Mund und brüllt ununterbrochen. „Gas, Gas, Gas – mehr Gas“. Zu spät. Wieder nix.

Zwei Stunden später, das Dutzend Fahrzeuge von 911 Carrera GTS, 911 Targa bis hin zu Panamera sind längst durchgewechselt, stellen sich erste Erfolgserlebnisse ein. Bremse kurz angetippt, etwas gewartet und mächtig aufs Gas gestiegen, dabei stark in Richtung Kurveninneres gelenkt und auch den Blick dorthin gerichtet – ein Bilderbuch-Drift, der selbst Profi Hoffsümmer ein Lob entlockt.

Und jetzt mit dem Boxster. Und wieder: „Alles Stopp“. Weil bei Heckantrieb ist alles anders. Gegen- statt stark einlenken und dosiert aufs Gas statt voll drauf – wird schon, der Nachmittag ist ja noch nicht vorbei.

Heckantrieb – Eistanz mit Cayman und Boxster.
Heckantrieb – Eistanz mit Cayman und Boxster.
Der Targa nimmt Anlauf zum nächsten Driftversuch.
Der Targa nimmt Anlauf zum nächsten Driftversuch.

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