Wenn Gas geben Vernunftsache ist

Motor / 01.05.2015 • 16:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Innen: Komfortabel und geräumig.
Innen: Komfortabel und geräumig.

Sparsamer und umweltfreundlicher: Wie sich der Erdgas-Golf im Praxistest schlägt.

VW. Alternative Antriebe haben, das hat die Vergangenheit gezeigt, meist einen Haken. Anschaffungspreis, Reichweite, eingeschränktes Platzangebot – die Liste der Nachteile ist je nach Art des Antriebes lang. Was wohl auch der Hauptgrund dafür ist, warum die meisten Autokäufer auf herkömmliche Modelle setzen.

Ganz wenig Gründe würden gegen Fahrzeuge mit Erdgasantrieb sprechen. Das zeigt jetzt auch ein ausführlicher Praxistest mit dem neuen Golf TGI, den die VN 14 Tage auf kurzen Strecken wie auch auf der Langstrecke genauer unter die Lupe genommen haben.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Erdgas-Variante nicht von ihren Benzin- und Dieselbrüdern. Da steht eine schicke Kombi-Version des Kompakt-Bestsellers von VW. Platz in Hülle und Fülle, Verarbeitung, Fahrkomfort und Qualitätsanmutung, wie man es gewohnt ist.

Und doch unterscheidet sich der TGI vom herkömmlichen Golf. Unter der Hülle sind neben Benzin- auch Gas-Tanks verbaut. Der Ottomotor wird mit einem Erdgas-Luft-Gemisch versorgt.

110 PS stehen bereit. Eine sehr ordentliche Motorisierung, die speziell in Kombination mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für höchst komfortable Fahrleistungen sorgt. Der Erdgas-Golf fährt richtig gut. Einschränkungen gibt es keine. Auch nicht, was die Reichweite betrifft. 430 Kilometer schafft der Kompakt-Kombi im Gas-Betrieb. Findet sich keine Erdgastankstelle zum Nachfüllen, werden automatisch die Benzintanks angezapft. Würde nicht das Display über diesen Vorgang informieren, merkte man es gar nicht.

Deutlich über 1000 Kilometer schafft der Golf TGI, ehe er an eine Zapfsäule muss. Dort wird aufgefüllt. Der Tankvorgang für Erdgas dauert ein wenig – kompliziert ist er aber nicht.

Der Verbrauch liegt im Bestfall bei 3,5 Kilogramm Erdgas, benzinbetrieben bei 5,2 Litern. Und hinten kommt deutlich weniger CO2 heraus. Erdgasmotoren emittieren um ein Viertel weniger des schädlichen CO2, durch Einsatz von Biogas können gar 80 Prozent gespart werden.

Gespart wird auch beim Fahren. Allerdings: Um die Mehrkosten der Anschaffung zu kompensieren, braucht es bis zu 15.000 Kilometer. Für Vielfahrer ein Klacks.

Praktischer Kombi: Platz in Hülle und Fülle.
Praktischer Kombi: Platz in Hülle und Fülle.
Äußerlich wie jeder andere Golf Variant. Unter der schicken Haube finden sich Benzin- und Erdgastanks. Fotos: vn/Gasser
Äußerlich wie jeder andere Golf Variant. Unter der schicken Haube finden sich Benzin- und Erdgastanks. Fotos: vn/Gasser

Fakten

Motor/Antrieb: 1,4-Liter Motor, bivalent (Erdgas und Benzin), 110 PS Leistung, DSG-Doppelkupplungsgetriebe, Frontantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 10,9 Sekunden, Spitze bei 195 km/h, Verbrauch 3,5 kg Erdgas (5,2 l Benzin), CO2-Ausstoß: 95 Gramm

Preis: ab 26.470 Euro; Testwagen: 31.767 Euro.