Österreich Drehscheibe für Osteuropa

Motor / 22.05.2015 • 15:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Drehscheibe: Von Klagenfurt nach Triest und von dort in die von Mazda Austria betreuten Länder Südosteuropas. Fotos: mazda
Drehscheibe: Von Klagenfurt nach Triest und von dort in die von Mazda Austria betreuten Länder Südosteuropas. Fotos: mazda

Mazda Österreich wächst in Osteuropa und sichert so den Standort in der Heimat.

Mazda. Wirtschaftliche Erfolgsgeschichten sind zuletzt im krisengebeutelten Kärnten selten geworden. Der japanische Autobauer Mazda, der von Klagenfurt aus neben dem österreichischen Markt auch 17 Länder Südosteuropas mit Fahrzeugen und Ersatzteilen versorgt, ist eine der Ausnahmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte sich das Handelsunternehmen über ein Rekordjahr freuen. Umsatz und Fahrzeugabsatz sind gestiegen. Mazda hat in den von Kärnten aus betreuten Märkten 19.185 Fahrzeuge abgesetzt, ein Plus von 14,5 Prozent zum Jahr davor.

Mazda Austria ist auf Wachstumskurs. Auch wenn Österreich mit 8800 Fahrzeugen nach wie vor mit Abstand der stärkste Einzelmarkt ist, gewinnen die Länder Osteuropas immer mehr an Bedeutung. „Bis 2020 wollen wir den Absatz in Südosteuropa auf 20.000 Fahrzeuge im Jahr verdoppeln“, sagt Geschäftsführer Heimo Egger im VN-Gespräch.

Wachstumsmärkte gibt es viele. Serbien (+72 Prozent), Tschechien (+45 Prozent) und Rumänien (+32 Prozent) sind nur einige Beispiele aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Große Potenziale sieht das in Klagenfurt beheimatete Unternehmen in der Türkei. Auch wenn dort – wie der österreichische Handelsdelegierte Marco Garcia erklärt – „zuletzt der allgemeine Aufschwung etwas ins Stocken geraten ist“. Am Optimismus im Autohandel ändert das wenig. Die Türkei ist unterversorgt. 615.000 Autos wurden im Vorjahr im Land mit über 76 Millionen Einwohnern verkauft. Acht Neuwagen auf 1000 Personen sind wenig. In Österreich kommen auf 1000 Einwohner 35 Neuwagen. Entsprechend groß sind die Potenziale. Mazda Austria hat erst im Vorjahr das Handelsgeschäft in der Türkei für Mazda übernommen. 1312 Autos haben einen Abnehmer gefunden. Heuer sollen es doppelt so viele werden. Helfen soll dabei der neue Mazda CX-3, der in dieser Woche auf der Istanbul Motorshow Premiere feierte. Für den Managing-Direktor der Südosteuropa-Region, Heimo Egger, haben Absatzzahlen alleine dennoch keine Priorität. Mazda will in den Ostländern in erster Linie profitabel agieren. Bei den bestehenden Währungsrisiken keine leichte Aufgabe. Gelingen soll dies unter anderem durch eine Positionierung als Alternative im Premiumbereich. „Gleichzeitig werden unrentable Modellvarianten gestrichen“, erklärt Egger.

So wird etwa der kleine Mazda2 gar nicht angeboten. Und für die populären Modelle müssen türkische Kunden tiefer in die Tasche greifen als anderswo.

Ersatzteile aus Kärnten

Mazda lebt nicht vom Autoverkauf allein. Der Jahresumsatz lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 386,3 Millionen Euro (plus 4,8 Prozent). Von Klagenfurt aus setzte das Unternehmen mit Ersatzteilen in Südosteuropa zuletzt 61,3 Millionen Euro um. Kärnten ist längst ein internationales Warendrehkreuz geworden.

Die Kurve zeigt weiter nach oben. Wachsen will das Unternehmen aber nicht nur außerhalb Österreichs. Auch für den Heimmarkt sind die Ziele ambitioniert. Allein für das heurige Jahr rechnet Mazda mit einem Absatzplus von 20 Prozent. In Summe peilt Mazda Austria im Geschäftsjahr 2015/2016 eine Steigerung in allen Kennzahlen an, beim Umsatz um 15 Prozent, beim Neuwagenabsatz in allen 18 Ländern um 30 Prozent auf 25.000 Autos.

Bis 2020 wollen wir den Absatz in Südosteuropa verdoppeln.

Heimo Egger, Mazda Öserreich

Fakten

Mazda Austria Klagenfurt

Mitarbeiter: 100

Märkte: 18 (Österreich plus Südosteuropa)

Umsatz: 386,3 Millionen Euro (plus 4,8 Prozent)

Fahrzeugabsatz: 19.185 Autos (Plus 14,5 Prozent)