Kein x-beliebiger Kleindarsteller

Motor / 09.10.2015 • 13:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der flott gestylte Toyota-Mini Aygo vermittelt gute Laune und zielt geradewegs aufs jugendliche Publikum ab. Fotos: VN/Paulitsch
Der flott gestylte Toyota-Mini Aygo vermittelt gute Laune und zielt geradewegs aufs jugendliche Publikum ab. Fotos: VN/Paulitsch

Frisch und frech fährt der Faltdach-Aygo vor, der in vielerlei Hinsicht echter Minimalist ist.

toyota. Da kennt der Autozwerg keine Hemmungen: So klein er ist, so großspurig ist der Auftritt. Geradezu giftig steht der Aygo da auf seinen 15-Zoll-Alurädern, gibt mit seinem angriffslustig anmutenden Front-X-Look gleichsam den Kämpfertyp im Bonsai-Format. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Toyota-Mini einem signalisieren will: Auf geht’s, mit mir kannst du was erleben!

Wir sind der so empfundenen Aufforderung nachgekommen und waren im VN-Test mit dem Sondermodell X-Wave unterwegs. Das ist der Aygo, der nicht nur ein aufreizendes Blechkleid zur Schau trägt, sondern neben so feinen Annehmlichkeiten wie Teilleder-Sportsitzen und Multimedia-Audiosystem samt Rückfahrkamera auch ein elektrisches Faltschiebedach zu bieten hat. Nachdem wir während unserer 14-tägigen Aygo-Partnerschaft indes wenig Wetterglück hatten, konnten wir den Oben-ohne-Kleindarsteller nur vereinzelt auf seine diesbezüglichen Qualitäten hin ausprobieren. Der dabei gefühlt-erfahrene Eindruck: Wenn man im X-Wave per Knopfdruck den Himmel freigibt, wird der Aygo tatsächlich zum nachhaltig spürbaren Frischluftföhn.

Im Alltagsbetrieb ist man mit dem 3,45-Meter-Winzling vergleichsweise kommod gefedert unterwegs. Der Dreizylinder-Benziner mit 69 PS müht sich zwar unüberhörbar kräftig ab, ist zumindest für die Erfordernisse auf Kurzstrecken aber durchaus ausreichend. Beim Aygo gilt: Fahrspaß ist ein dehnbarer Begriff. Von Vorteil wäre – auch der Genügsamkeit wegen – schon ein Getriebe mit sechs statt mit fünf Gängen. Im Stadtverkehr ist der Minimalist dagegen nahezu unschlagbar, wenn es ums Hineinstoßen in Parklücken oder das perfekte Einparken in Tiefgaragen geht. Ein kurzer Lenkraddreh, und es passt. Mit einem Lächeln, vor allem an immer heftig am Lenkrad kurbelnden SUV-Piloten gerichtet, steigt man entspannt aus. Ernst wird die Miene aber, denkt man beim Aygo an den Mitnahmeeffekt. Dass der Autozwerg kein Raumriese sein kann, leuchtet ein. Aber dass ins 168-l-Gepäckabteil gerade mal zwei größere Einkaufstaschen passen, das hat dann schon Alibi-Kofferraum-Charakter. Immerhin lassen sich die Rücksitzlehnen 50:50 umklappen.

Die Ausmaße des Aygo sind überschaubar.
Die Ausmaße des Aygo sind überschaubar.
Im Innenraum bekennt der Minimalist Farbe.
Im Innenraum bekennt der Minimalist Farbe.
Eindruck: Mit einer modernen Connectivity-Ausstattung (WLAN-Surfen, Onlinenavi, Facebook-Zugriff, Internetradio) im Smartphone-Style ergeht der Lockruf an die Jugend. Im Fond gibt’s nur Ausstellfenster, an der Hinterachse nur Trommelbremsen.

Eindruck: Mit einer modernen Connectivity-Ausstattung (WLAN-Surfen, Onlinenavi, Facebook-Zugriff, Internetradio) im Smartphone-Style ergeht der Lockruf an die Jugend. Im Fond gibt’s nur Ausstellfenster, an der Hinterachse nur Trommelbremsen.

Fakten

Motor/Antrieb: Reihen-3-Zylinder, Benzinmotor, 998 ccm, 69 PS, 95 Nm bei 4300 U/min 5-Gang-Schaltgetriebe, Vorderradantrieb.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 14,2 Sek., Spitze: 160 km/h, Normverbrauch: 4,1l (95g CO2/km), Testverbrauch: 5, 6 l Superbenzin

Preis: X-Wave-Version: 14.330 Euro, Testwagen: 14.942 Euro