Akku-Tuning: Elektro-Pionier kommt jetzt deutlich weiter

Motor / 16.10.2015 • 14:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Optisch ist die 3. Leaf-Generation unverändert. Die Neuerungen betreffen die Akkus. Fotos: werk
Optisch ist die 3. Leaf-Generation unverändert. Die Neuerungen betreffen die Akkus. Fotos: werk

26 Prozent mehr Akku-Leistung: Nissan Leaf schafft bis zu 250 Kilometer.

Nissan. Geringe Reichweiten bremsen den Durchbruch der E-Mobilität. Das zeigen die Verkaufszahlen am heimischen Markt deutlich. So fährt das amerikanische Batterie-Auto Tesla mit deutlich über 400 Kilometer Reichweite den Wettbewerbern davon. Und das trotz Preisen zwischen rund 75.000 und 100.000 Euro. 320 der exklusiven E-Autos wurden heuer bereits in Österreich neu zum Verkehr zugelassen – der erste Verfolger schafft gerade mal gut die Hälfte.

Im Feld der Verfolger ist auch der Nissan Leaf (140 Neuzulassungen). Eine ungewohnte Rolle für den Elektro-Pionier, der weltweit mit großem Abstand Marktführer ist. Alleine auf den Straßen in Europa sind bereits 46.000 Leaf unterwegs – weltweit sind es knapp 200.000.

Mit einer verbesserten Reichweite will der japanische Hersteller die Absatzzahlen hoch halten. Deshalb startet im kommenden Jahr die dritte Leaf-Generation mit einer optimierten Batterie. Das Akku-Tuning soll den Kompaktwagen 26 Prozent weiterbringen. 250 Kilometer Reichweite bedeuten gegenüber den direkten Wettbewerbern wieder einen Bestwert.

Batterie-Update

Der neue Leaf ist im Wesentlichen das bestehende Fahrzeug mit leistungsstärkerer Batterie und neuem Infotainmentsystem. Optik, Fahrwerk, Innenausstattung und Antrieb bleiben unverändert. Die Größe der Akkus und die Anzahl der Zellen ebenfalls. In den Zellen selbst haben die Entwickler allerdings ordentlich Hand angelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit 30 Kilowattstunden leisten die überarbeiteten Batterien um 26 Prozent mehr als die bisherigen, die allerdings auch noch angeboten werden. Das Mehrgewicht durch die Zellenoptimierung beziffert Nissan mit 21 Kilogramm. Das Reichweitenplus mit gut einem Viertel.

Was genormte 250 Kilometer in der Praxis bedeuten, haben die VN bei auf Sparsamkeit ausgelegten Testfahrten erfahren können. Ohne Nebenaggregate (Klimaanlage etc.) und bei zurückhaltender Fahrweise schafft der Nissan Leaf selbst auf Gebirgsstraßen 130 Kilometer und überrascht dabei mit einer Batteriereserve von noch immer 44 Prozent. Die 250 Kilometer sind „im Sparmodus“ im Alltag also durchaus machbar. Knapp 200 Kilometer dürften im Normalbetrieb ein realistischer Wert sein. Damit würde man die Bedürfnisse von 98 Prozent der Autofahrer erfüllen, so Nissan-Europa-Geschäftsführer Thomas Hausch bei der Präsentation des neuen Leaf.

Nur die wenigsten Autofahrer legen laut Studien täglich über 200 Kilometer zurück. Mit den verbesserten Reichweiten sollte die Akzeptanz für die E-Mobilität weiter steigen. Und wer seinen eigenen Strom produziert, der kann im Unterhalt sogar Geld sparen. Beim öffentlichen Tanken sollte zumindes kein Nachteil entstehen. Nissan beziffert die Betriebskosten in Österreich mit rund 4 Cent pro Kilometer. Und die Fahrzeugpreise selbst? Den neuen Leaf gibt es mit Batterie ab 33.559 Euro (27.660 bei Batteriemiete). Weiter im Angebot bleibt auch die bisherige Batterien-Generation mit 24 Kilowattstunden Leistung. Der Einstiegspreis: 22.661 Euro bei gemieteten Akkus.

Der Leaf kommt jetzt bis zu 250 Kilometer weit.
Der Leaf kommt jetzt bis zu 250 Kilometer weit.
Nissan ist mit dem Leaf Elektro-Pionier.
Nissan ist mit dem Leaf Elektro-Pionier.

Fakten

Motor/Batterie: Wechselstrom-Synchronmotor; Lithium-Ionen-Batterie mit 30 kWh (250 km Reichweite) bzw. 24 kWh (199 km Reichweite)

Preise: Inkl. Batterie ab 28.560 Euro (24 kWh) bzw. 33.559 Euro (30 kWh); bei Batteriemiete ab 22.661 Euro bzw. 27.660 Euro
Marktstart: Jänner 2016