Da tropft nur Wasserdampf heraus

06.11.2015 • 14:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eindruck: Auf ihr Brennstoffzellenauto sind die Koreaner mit Recht stolz. Die VN konnten sich davon überzeugen, dass die Zukunftstechnologie schon jetzt in der Praxis funktioniert. Fehlt nur noch der Ausbau der Infrastruktur. Eine Tankstelle sucht man bei uns vergebens.

Eindruck: Auf ihr Brennstoffzellenauto sind die Koreaner mit Recht stolz. Die VN konnten sich davon überzeugen, dass die Zukunftstechnologie schon jetzt in der Praxis funktioniert. Fehlt nur noch der Ausbau der Infrastruktur. Eine Tankstelle sucht man bei uns vergebens.

Sauber fahren. VN-Test mit dem ersten Serien-Brennstoffzellenauto der Welt.

Hyundai. Keine Stickstoffoxide, kein Kohlenstoffdioxid, kein übler Geruch – dieser Hyundai ist anders. Da tropft hinten nur Wasserdampf heraus. Sonst nichts. Und das ist weder Märchen noch Vision. Der ix35 FCEV ist das erste Wasserstoff-Fahrzeug in Serienproduktion. Heuer sollen bereits 10.000 Autos an Kunden ausgeliefert werden. Einige davon auch in Österreich. Hyundai ist in dieser Zukunftstechnologie damit Pionier und hat in der Serienfertigung die Nase vorn. Mit dem Toyota Mirai, der allerdings in Österreich vorerst nicht angeboten wird, setzt jetzt auch der Weltmarktführer auf diese Technologie.

Er steht unscheinbar da. Äußerlich fällt der Fuel Cell nur wegen der Beklebung auf. Ansonsten ein ix35 wie jeder andere auch. Dass Hyundai für das Kompakt-SUV mit dem Tucson längst einen Nachfolger hat, zeigt deutlich, dass es hier nur darum geht, was sich unter dem Blechkleid abspielt.

Motor, Brennstoffzellen-Einheit, Batterie und zwei unterschiedlich große Wasserstofftanks bilden das Herzstück des ix35 FCEV. Sie sorgen für den emissionsfreien und geräuschlosen Vortrieb.

Einsteigen und starten. Je nach Fahrweise kommt der Wasserstoff-Koreaner vollgetankt zwischen 400 und 600 Kilometer weit. Der Sprint aus dem Start fällt im Vergleich zu richtig kräftigen E-Autos eher behäbig aus. In 12,5 Sekunden erreicht das 136 PS starke Kompakt-SUV die 100-km/h-Marke. Die Spitze ist mit 160 km/h erreicht. Ganz ordentliche Fahrleistungen, wie sich im Praxis-Test gezeigt hat. Die Tanks sind so verbaut, dass es im Fahrgastraum zu keinen Einschränkungen kommt und der Kofferraum mit 465 Litern Ladevolumen noch immer recht groß ist. Hyundai erbringt mit dem ix35 Fuel Cell eindrucksvoll den Beweis, dass die Brennstoffzellen-Technologie im Alltag funktioniert.

Eine Einschränkung gibt es in Vorarlberg allerdings doch. Ist der Tank leer, muss der Wasserstoff-Hyundai zum Nachfüllen auf einen Lkw verladen werden. Die nächste Tankstelle, die für diese Zukunftstechnologie gerüstet ist, befindet sich in Innsbruck. Vorerst gibt es auch keine entsprechenden Pläne für Vorarlberg. Das ist insofern schade, weil Hyundai den Verkauf stark subventioniert und den ix35 FCEV bereits um 65.000 Euro anbietet.

Hyundai demonstriert mit dem ix35 FCEV die Alltagstauglichkeit des Brennstoffzellenantriebs. Fotos: vn/Steurer
Hyundai demonstriert mit dem ix35 FCEV die Alltagstauglichkeit des Brennstoffzellenantriebs. Fotos: vn/Steurer
10.000 Autos will Hyundai heuer absetzen.
10.000 Autos will Hyundai heuer absetzen.
Komplexe Technologie überzeugt im Praxis-Test.
Komplexe Technologie überzeugt im Praxis-Test.

Fakten

Motor/Antrieb: Frontantrieb mittels Elektromotor mit mittig angeordneter Wasserstoff-Brennstoffzelle; 136 PS, 300 Nm Drehmoment, Planetengetriebe.

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 12,5 Sek., Spitze 160 km/h; 594 km Reichweite, 0,95 kg Verbrauch

Preis: 65.000 Euro oder 1816 Euro monatliches Leasing