Sportwagen-Legende mit neuem Herz

13.11.2015 • 12:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der neue Elfer: Die eigentlichen Neuerungen finden unter der Hülle statt. Anstelle von Saugmotoren werden Turboaggregate eingesetzt.
Der neue Elfer: Die eigentlichen Neuerungen finden unter der Hülle statt. Anstelle von Saugmotoren werden Turboaggregate eingesetzt.

Saugmotoren werden in Pension geschickt – 911-Modelle jetzt mit Bi-Turbo-Aufladung.

Porsche. Bei Porsche endet eine Ära. Die Saugmotoren im 911 werden mit der jüngsten Modellpflege in Pension geschickt. Die Potenziale waren ausgereizt, heißt es beim Sportwagenhersteller aus Zuff­enhausen. Bei Performance und Effizienz waren mit der bestehenden Antriebstechnologie keine großen Sprünge mehr möglich. Mit Turbo-Motoren schon. Deshalb werden die komplett neuen Aggregate in der Sportwagen-Legende jetzt beatmet. Die mit Turboladern aufgerüsteten Boxermotoren leisten mehr, verbrauchen aber weniger Sprit. Die Technik-Revolution geht dennoch nicht auf Kosten der 911-typischen Fahrcharakteristik. Auch der Sound ist geblieben. Alles neu also und trotzdem ist der jüngste Elfer in vielen Belangen ganz der Alte, wie sich die VN bei ersten exklusiven Testfahrten überzeugen konnten.

Technik-Revolution

Zur Hälfte des Modellzyklus erfährt der weltweit meist-verkaufte Sportwagen eine gründliche Auffrischung. Evolution im Design, Revolution in der Technik, heißt es bei Porsche. Die Weiterentwicklung der Außenhaut begrenzt sich auf wenige Details wie etwa modifizierte Scheinwerfer mit Vierpunkt-Tagfahrlicht und schalenlose Türgriffen. Markanter sind die Änderungen am Heck, wo jetzt neue Rückleuchten, ein neuer Lufteinlass mit vertikalen Lamellen und zusätzliche Luftauslässe ins Auge stechen. Bei der optional erhältlichen Sportabgasanlage wandern die Endrohre in die Mitte. Auch das ist neu.

Alles freilich aber nur Details im Vergleich zu dem, was sich unter der Hülle getan hat. 370 PS beim 911 Carrera und 420 PS beim Carrera S bedeuten eine Leistungssteigerung um je 20 PS. Gleichzeitig stehen jetzt bis zu 500 Nm Drehmoment bereit (plus 60 Nm). Was das ist der Praxis bedeutet? Der Sportwagenklassiker tritt noch kraftvoller an. So bricht der neue Elfer beim Sprint auf Tempo 100 jetzt erstmals die 4-Sekunden-Schallmauer (3,9 Sek.). Auch bei der Spitzengeschwindigkeit übertrifft die Neuauflage mit 308 km/h seinen Vorgänger mit Saugmotor. Die markantesten Verbesserungen gibt es allerdings bei der Effizienz. Verbrauchswerte von 7,4 Litern auf 100 Kilometer bedeuten eine Reduktion um zwölf Prozent. Alles besser als? Fast. Die Turbomotoren bringen mehr Gewicht auf die Waage. 30 Kilogramm ist der Neue in Summe schwerer. Spürbare Auswirkungen auf das Handling gibt es aber nicht. Dafür sorgt bei der S-Version optional eine Hinterachslenkung. Sie macht den Elfer noch wendiger.

Eine Lifestyle-Mitgift hat er auch bekommen. Der „Sport Response Button“ bringt den Zuffenhausener für 20 Sekunden in „Angriffsposition“ – für ein schnelles Überholen ohne Verzögerung. Wählt man von Haus aus den Sport-Plus-Modus, ist Verzögerung ohnedies ein Fremdwort. Und auch das ist neu: In Kombination mit dem Sport-Chrono-Paket gibt es den Fahrprogramm-Schalter jetzt am Lenkrad. Abgeschaut haben die Entwickler das bei ihrem Supersportler 918 Spyder.

Moderate Änderungen am Außendesign.
Moderate Änderungen am Außendesign.
Die VN sind den neuen Elfer bereits gefahren.
Die VN sind den neuen Elfer bereits gefahren.

Fakten

Motor/Antrieb: 3-Liter-Sechszylindermotor mit Bi-Turbo-Aufladung; 370 bzw. 420 PS (Carrera S)

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 4,2 bzw. 3,9 Sek (Carrera S); Spitze 295 bzw. 308 km/h; Verbrauch 7,4 bzw. 7,7 Liter

Preis: ab 115.252 Euro bzw. 132.990 Euro (Carrera S)
Marktstart: 12. Dezember