Turboloch? Porsche hat es gekittet

19.08.2016 • 11:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Offener Sportwagen mit neuem Turbomotor im Heck: Mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Fotos: vn/Steurer
Offener Sportwagen mit neuem Turbomotor im Heck: Mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Fotos: vn/Steurer

Sauger raus, Turbo rein. Der Aufschrei der Porsche-Puristen war völlig unberechtigt.

Porsche. Grundlegende technische Veränderungen werden bei eingefleischten Porsche-Fans mit Argwohn verfolgt. Das war bei der Umstellung von Luft- auf Wasserkühlung 1997 schon so und ist jetzt mit dem Ende der Saugmotoren nicht anders. Porsche hat mit der Modellpflege der Sportwagenikone 911 erstmals bereits in der Basis aufgeladene Boxermotoren im Einsatz.

Das Entwicklungspotenzial der Sauger war ausgeschöpft, argumentieren Techniker. Mehr Leistung bei weniger Verbrauch war nur mit Turbomotoren möglich. Beim Carrera S konnte so die Leistung von 400 auf 420 PS erhöht und der Normverbrauch von 8,7 auf 7,7 gesenkt werden (Coupé).

Porsche-Puristen befürchteten ein Turboloch, sorgten sich, dass sich das Ansprechverhalten verschlechtern, der 911 nicht mehr präzise am Gas hängen könnte. Die Sorgen waren unbegründet, der Aufschrei unberechtigt. Der neue Antrieb ist Fortschritt auf allen Ebenen. Auch bei der Fahrperformance. Die Motorenentwickler haben das Turboloch gekittet. Da gibt es nichts, das den Vorwärtsdrang stören würde – auch nicht für Sekundenbruchteile.

So viel vorweg zur Revolution unter der Haube. Optisch fand bei der Modellpflege noch nicht einmal eine Evolution statt. Und das freut nicht nur die Puristen. Der 911er ist schön wie je. Das Cabrio ist ein Hingucker, das selbst am Parkplatz beim Diskonter mehr Bewunderer als Neider findet. Und es ist noch ein wenig alltagstauglicher geworden. Einkauftüten finden wie gehabt vorne im Kofferraum, der für einen Sportwagen eine ordentliche Größe aufweist, oder auf den Notsitzen im Fond Platz. Beim neuen Elfer lässt sich die Vorderachse zudem per Knopfdruck um drei Zentimeter anheben, was bei Garageneinfahrten hilfreich sein kann.

Ein anderer Knopf, eine andere Funktion: Mit dem Response-Button direkt am Lenkrad lässt sich für 20 Sekunden der Ladedruck erhöhen. Damit beschleunigt der Sportwagen brachial. Das Cabrio schafft den Sprint auf Tempo 100 in 4 Sekunden, 160 km/h sind in 8,4 Sekunden erreicht. Und wenn dann noch per Knopfdruck die Auspuffklappen geöffnet werden und der Fuß vom Gas geht, bollert der 911 wunderschön laut vor sich hin. Ist freilich Ansichtssache: aber es gibt wenig Gründe, dem Saugmotor nachzutrauern.

911 Cabrio mit schickem Stoffdach.
911 Cabrio mit schickem Stoffdach.
Porsche-Cockpit: Edler Sportwagen.
Porsche-Cockpit: Edler Sportwagen.
Eindruck: Die Entwicklung macht auch vor Porsche nicht halt. Der Sportwagenhersteller hat die Potenziale des Saugmotors ausgeschöpft. Jetzt tut ein aufgeladener Boxermotor Dienst. Fazit: Mehr Leistung, weniger Verbrauch und eine exzellente Performance.

Eindruck: Die Entwicklung macht auch vor Porsche nicht halt. Der Sportwagenhersteller hat die Potenziale des Saugmotors ausgeschöpft. Jetzt tut ein aufgeladener Boxermotor Dienst. Fazit: Mehr Leistung, weniger Verbrauch und eine exzellente Performance.

Fakten

Motor/Antrieb: 3-Liter-Turbobenziner mit 420 PS Leistung, 500 Nm Drehmoment, 7-Gang-PDK-Getriebe, Heckantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 4 Sekunden, Spitze bei 301 km/h, Verbrauch 8 Liter (184 g CO2/km), Test 10,2 Liter

Preis: ab 159.519 Euro; Testwagen: 190.176 Euro.