Ein Gokart wird langsam erwachsen

26.08.2016 • 11:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schickes Cabrio mit deutlich verbesserten Manieren: Das Mini Cabrio ist erwachsen geworden. Fotos: VN/Gasser
Schickes Cabrio mit deutlich verbesserten Manieren: Das Mini Cabrio ist erwachsen geworden. Fotos: VN/Gasser

Noch immer ein Mini? Trotz Wachstum bleiben Mini-typische Eigenschaften erhalten.

Mini. Schön langsam müssen sie in München über den Namen nachdenken. Ist Mini noch richtig? Fast zehn Zentimeter länger als der Vorgänger und 4,4 Zentimeter breiter – die Neuauflage des Kult-Cabrios ist längst kein Zwerg mehr. „Rundum gereift“, beschreibt der Hersteller. Das Gokart ist also erwachsen geworden.

Die Mini-typischen Eigenschaften hat aber die jüngste Generation behalten. Das beginnt schon beim Design. Noch immer ist der Brite im BMW-Konzern auf den ersten Blick als Mini zu erkennen. Die Design-DNA der Marke bleibt trotz zahlreicher Modifikationen erhalten. Das trifft auch auf die Fahreigenschaften zu. Das gerne und oft beworbene Gokart-Feeling ist mehr als nur Marketing. Das Mini-Cabrio klebt nach wie vor am Asphalt und biegt freudig in jede Kurve ein. Nur macht das die Neuauflage mit einem Plus an Komfort. Die Technikabteilung hat dem einzigen Premium-Cabrio am Markt Manieren beigebracht.

Und sie haben auch das Textilverdeck, das jetzt erstmals vollelektrisch angetrieben wird, weiterentwickelt. 18 Sekunden dauert das Öffnen und Schließen – das ist man selbst bei schnell wechselndem April-Wetter gerüstet. Bis 30 km/h meistert das Mini-Cabrio diese Übung auch fahrend.

Was das Fahren selbst betrifft, sorgt beim getesteten Mini Cooper Cabrio ein 1,5-Liter-Benziner mit 136 PS Leistung für standesgemäßen Vortrieb. Das Dreizylinder-Aggregat arbeitet kultiviert, ist mit 5,1 Litern sparsam (6,3 Liter im Test) und mit einer Sprintleistung von 8,8 Sekunden auf Tempo 100 auch ausreichend spritzig. Gibt also wenig auszusetzen am Downsize-Motor von Mini.

Verbessertes Raumgefühl

Überhaupt leistet sich das neue, nicht mehr gar so kleine Cabrio nur wenige Schwächen. Das Raumgefühl ist auf allen Plätzen besser, hinten allerdings noch immer nicht gut. Und auch der Kofferraum ist größer. Er fasst jetzt 25 Prozent mehr, was aber noch immer nicht viel ist. Und auch die Ladeluke ist zwar größer, aber immer noch klein.

So bleibt der Mini halt doch ein Mini mit etwas mehr Platz und verbessertem Qualitätseindruck. Das war auch dringend notwendig, um dem eigenen Premium-Anspruch auch gerecht zu werden.

Fazit: Mehr Mini, unveränderter Fahrcharakter und einfach ein richtig lässiges Cabrio. So viel Coolness hat aber auch seinen Preis. Ab: 24.900. Euro (Cooper).

Auch geschlossen ein Hingucker.
Auch geschlossen ein Hingucker.
In 18 Sekunden ist die Stoffmütze verschwunden.
In 18 Sekunden ist die Stoffmütze verschwunden.
Eindruck: Das Mini-Cabrio ist deutlich gewachsen. Am Gesamtcharakter hat sich allerdings wenig geändert. Ein cooles Cabrio mit verbesserter Qualitätsanmutung und einem kleinen, spritzigen Motor, der für feine Fahrleistungen taugt.

Eindruck: Das Mini-Cabrio ist deutlich gewachsen. Am Gesamtcharakter hat sich allerdings wenig geändert. Ein cooles Cabrio mit verbesserter Qualitätsanmutung und einem kleinen, spritzigen Motor, der für feine Fahrleistungen taugt.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,5-Liter-3-Zylinder Benziner mit 136 PS Leistung, 220 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 8,8 Sekunden, Spitze bei 208 km/h, Verbrauch 5,1 Liter (118 g CO2/km), Testverbrauch: 6,3 Liter

Preis: ab 24.900 Euro; Testwagen: 36.514 Euro