Noch immer der Fels in der Brandung

Motor / 07.10.2016 • 13:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neuer Motor, alte Stärken: Im Gelände ist der Land Cruiser ungebrochen der König. Geht nicht, gibt’s nicht. Fotos: vn/Gasser
Neuer Motor, alte Stärken: Im Gelände ist der Land Cruiser ungebrochen der König. Geht nicht, gibt’s nicht. Fotos: vn/Gasser

177-PS-Diesel macht in der Schwergewichtsklasse eine ordentliche Figur.

Toyota. Er hat schon eine gewisse Reife, das kann er nicht leugnen. Seit 2009 ist die jüngste Land-Cruiser-Generation im Dienst, 2013 wurde sie gründlich überarbeitet, 2014 erneut etwas verfeinert und jetzt haben die Japaner ihrer Geländewagen-Ikone ein neues Herz eingepflanzt. Das Dreiliter-Aggregat hat ausgedient. Ein kleinerer 2,8-Liter-Selbstzünder mit etwas weniger Leistung (177 statt 190 PS), dafür mehr Punch (450 statt 420 Nm Drehmoment) darf sich fortan in der Schwergewichtsklasse beweisen, weil am Gesamtpackage hat sich nichts geändert. Der Land Cruiser ist und bleibt der Fels in der Brandung.

Fast 2,5 Tonnen Automobil geben ein Gefühl der Sicherheit. Dass Fahrdynamik hier nur zweitrangig ist, versteht sich von selbst. Das neue Triebwerk, das an ein ebenfalls neues 6-Gang-Automatikgetriebe gekoppelt ist, hinterlässt einen sehr ordentlichen Eindruck. Schon bei niedrigen Drehzahlen entfaltet er mächtig Kraft: Ein Dieselaggregat wie geschaffen für einen großen Geländewagen. Einzig die Harmonie zwischen Motor und Automatik wäre ausbaufähig. Eine leichte Nachjustierung würde guttun.

Dafür hat der Land Cruiser mit neuem Herz deutlich an Laufkultur gewonnen. Auf der Langstrecke liefert er souveräne Fahrleistungen. Freilich ist er keiner für die linke deutsche Autobahnspur – das schuldet er einer maximalen Spitze von 175 km/h. Aber er läuft und läuft . . .

Das macht er auch dort noch, wo anderen das Wasser längst bis zum Hals steht. Der Land Cruiser hat nichts an seiner Geländetauglichkeit eingebüßt. Und die ist bekanntermaßen legendär. Abseits befestigter Straßen kann der große Japaner seine Stärken so richtig ausspielen. Da wünschte man sich Schotterstraßen – am liebsten kilometerlang.

Toyota hat sein Geländewagen-Flaggschiff zuletzt zwar ordentlich aufgefrischt, ganz neu in jedem Detail wirkt er aber nicht. Das wird dann wohl erst mit der nächsten Generation passieren.

Der Motor wird aber bleiben. Er soll langfristig einer der bedeutenden Antriebe der Marke sein. Mit einem Normverbrauch von 7,4 Litern (8,9 Liter im Test) ist er auch – was diese Gewichtklasse betrifft – ein echter Sparefroh. Ein echter Fortschritt zum Vorgänger.

Groß, schwer und robust: Fels in der Brandung.
Groß, schwer und robust: Fels in der Brandung.
Innen: Trotz Update in die Jahre gekommen.
Innen: Trotz Update in die Jahre gekommen.
Eindruck: Exzellenter Geländewagen mit riesigem Platzangebot. Die seitlich angeschlagene Hecktüre ist in Garagen oder engen Parklücken störend. Der neue 2,8-Liter-Diesel stellt selbst bei niedriger Drehzahl ordentlich Kraft bereit.

Eindruck: Exzellenter Geländewagen mit riesigem Platzangebot. Die seitlich angeschlagene Hecktüre ist in Garagen oder engen Parklücken störend. Der neue 2,8-Liter-Diesel stellt selbst bei niedriger Drehzahl ordentlich Kraft bereit.

Fakten

Motor/Antrieb: 2,8-Liter-Diesel mit 177 PS Leistung, 450 Nm Drehmoment, 6-Gang-Automatik, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 (keine Angabe); Spitze: 175 km/h, Verbrauch 7,4 Liter (194 g CO2/km), Test: 8,9 Liter

Preis: ab 48.385; Testwagen: 75.079 Euro