Elektrisch jetzt an der längeren Leine

Motor / 17.02.2017 • 13:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neue Außenfarbe und jetzt auch mit einer stärkeren Batterie erhältlich: Der i3 schafft in der Praxis „ehrliche“ 190 Kilometer. Fotos: vn/mig
Neue Außenfarbe und jetzt auch mit einer stärkeren Batterie erhältlich: Der i3 schafft in der Praxis „ehrliche“ 190 Kilometer. Fotos: vn/mig

Mehr Reichweite mit neuen Akkus. Der Aktionsradius des BMW i3 wächst.

BMW. Am Ende dreht sich bei Elektroautos fast alles um das eine: die Reichweite. Und sie ist es, die neben den hohen Anschaffungskosten das bisher größte Hemmnis bei der massenhaften Verbreitung der zukunftsweisenden Fahrzeugtechnologie war. Gleichzeitig belasten die Angaben zum Aktionsradius von Elektroautos die Glaubwürdigkeit der Hersteller schwer. Der Normzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) hat ein gravierendes Problem: Die Reichweitenversprechen können im Alltag nicht gehalten werden. Das trifft praktisch alle E-Autos. Der BMW i3 macht da keine Ausnahme. Auch er hat die 190 Kilometer, mit der er beworben wurde, nicht geschafft. Jetzt bietet der Premiumhersteller seinen kompakten Stromer mit stärkeren Akkus an. BMW spielt mit offenen Karten. Zu den „offiziellen“ 300 Kilometern, die er theoretisch schaffen soll, wird auch ein Praxis-Wert kommuniziert. Bis zu 200 Kilometer unter widrigen Wetterbedingungen, schränkt BMW ein und verdient dafür Lob. Der i3 mit 94 Amperestunden (Ah) Zellkapazität und einer Batterieenergie von 33 Kilowattstunden (kWh) ist jetzt an der längeren Leine. Auch im Testlauf hat er sein „eingeschränktes“ Versprechen gehalten. Erhältlich wäre der i3 auch mit einem Range Extender. Der Zweizylinder-Benziner ist für zusätzliche 150 Kilometer gut.

Auf Effizienz getrimmt

Wir sind im Test den reinen Stromer gefahren und haben im Alltag mit dem Reichweitenangebot unser Auslangen gefunden. BMW ist sich beim i3, was den Anspruch an den Fahrspaß betrifft, treu geblieben. Mit 170 PS Leistung und 250 Nm Drehmoment, das unmittelbar aus dem Stand heraus zur Verfügung steht, geht der i3 ab wie ein Sportwagen: 0 auf 100 in nur 7,3 Sekunden. Gleichzeitig haben die BMW-Ingenieure viel Energie in die Effizienz investiert. Das Ergebnis: Mit 12,6 kWh/100 km ist der i3 nicht nur das sportlichste, sondern auch das effizienteste E-Auto im Segment. Und noch ein Versprechen lässt aufhorchen: Die notwendige Energie zur Fahrzeugfertigung stammt zu 100 Prozent aus Windstrom. So sieht Nachhaltigkeit bei BMW aus.

Der i3 mit großer Batterie (94 Ah) kommt zumindest so weit wie jener mit kleinerem Akku (60 Ah), den es weiterhin gibt, kommen sollte: 190 ehrliche Kilometer.

Eindruck: Mit der größeren Batterie kommt der i3 weiter als bisher – Reichweitenriese ist er allerdings noch immer keiner. Allerdings bietet das Stromauto von BMW exzellente Fahrleistungen. Macht richtig Spaß, damit zu fahren.

Eindruck: Mit der größeren Batterie kommt der i3 weiter als bisher – Reichweitenriese ist er allerdings noch immer keiner. Allerdings bietet das Stromauto von BMW exzellente Fahrleistungen. Macht richtig Spaß, damit zu fahren.

Sportlich und dennoch sehr effizient.
Sportlich und dennoch sehr effizient.
Premium-Qualität im Innenraum.
Premium-Qualität im Innenraum.

Fakten

Motor/Antrieb: Elektromotor mit 170 PS Spitzenleistung, 250 Nm Drehmoment, einstufiges Automatikgetriebe, Frontantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 7,3 Sekunden, 150 km/h Spitze, 12,6 kWh/ 100 km Verbrauch, 300 km Reichweite (200 im Alltag)

Preis: ab 36.900 Euro; Testwagen: 47.562

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