Ein Upgrade in der Business-Klasse

Motor / 24.02.2017 • 12:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eindruck: Es war nicht zu erwarten, dass sich die E-Klasse ernsthafte Schwächen leisten würde. Aber gar keine? Mit ihrer Ausgewogenheit ist die Business-Limousine schon recht nahe an der Perfektion. Gefällig ist zudem die neue Optik.

Eindruck: Es war nicht zu erwarten, dass sich die E-Klasse ernsthafte Schwächen leisten würde. Aber gar keine? Mit ihrer Ausgewogenheit ist die Business-Limousine schon recht nahe an der Perfektion. Gefällig ist zudem die neue Optik.

Die neue E-Klasse gibt den Ton an. Business-Limousine mit First-Class-Flair.

Mercedes-Benz. Wenn man den letzten E-Klasse-Generationen eines ankreiden konnte, dann war es höchstens das wenig inspirierende Design. Jetzt ist auch das Geschichte. Mit der Neuauflage hat Mercedes-Benz seine Business-Klasse optisch ordentlich aufgemöbelt. Sie sieht in einigen Ausstattungsvarianten von vorne richtig frisch und dynamisch aus. Das trifft insbesondere auf das Testfahrzeug in AMG Line und den Sportkühlergrill mit großem Stern zu. Wahlweise gäbe es den Stern für Statusbewusste wie gewohnt auch auf der Haube – ganz nach Geschmack des Kunden.

Uns gefällt die sportliche Ausrichtung, weil sie so gut zum Charakter der großen Limousine passt. Die Formel-1-Weltmeistermarke hat längst ihr verstaubtes Image abgelegt und ihre Autos auf Sportlich getrimmt. Es darf durchaus Spaß machen, eine E-Klasse zu fahren. Entsprechend agil lässt sich die zehnte Generation jetzt auch bewegen. Das Plus an Sportlichkeit geht allerdings nicht auf Kosten des Komforts. Das wäre auch fatal. Je nach Fahrprogramm bleibt die E-Klasse eine Sänfte. Kann also beides. Das haben sie richtig gut hingekriegt, in Stuttgart.

Mehr Platz im Innenraum

Die Schwaben bieten nun auch mehr Auto. In den Abmessungen hat das Oberklasse-Modell zugelegt. Davon profitieren in erster Linie Fahrer und Passagiere. Der Kofferraum ist in der Größe indes unverändert.

Das ist aber schon alles, was geblieben ist. Innen hat Mercedes seinen Bestseller ordentlich umgestaltet und ihm ein zentrales 12,3 Zoll großes Display verpasst. Und wer auf den Sitzmöbeln Platz nimmt, erlebt ein Upgrade von der Business- in die First Class. Bei Verarbeitung und Materialeinsatz setzt der Premiumhersteller Maßstäbe. Mit einer Vielzahl an elektronischen Helfern gibt es zudem sprichwörtliche Fahrerentlastung. Autonomes Fahren, das deutet die neue E-Klasse an, ist schon sehr bald Realität.

Bis es so weit ist, darf der ambitionierte Fahrer noch selbst aufs Gaspedal drücken und dabei erleben, wie das neue Vierzylinder-Dieselaggregat seine Leistung entfaltet. 0 auf 100 in 7,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit bei 240 km/h. 400 Newtonmeter Drehmoment sind Garant für Kraftreserven in jeder Situation. Und das Beste am 194-PS-Aggregat zum Schluss: Der Normverbrauch liegt bei nur 3,9 Litern auf 100 Kilometern. Ganz hält die E-Klasse dieses Versprechen in der Praxis zwar nicht. Mit 5,1 Litern im Test zählt die Business-Limousine dennoch zu den Sparefrohs.

Okay, das mit dem Sparen endet genau hier. Zwar rechnet Mercedes-Benz vor, dass sich die Preise ausstattungsbereinigt zum Vorgänger nur geringfügig erhöht hätten. Allerdings wären für den Testwagen über 70.000 Euro fällig – und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange.

Die neue E-Klasse mit sportlichem Kühlergrill: Das passt gut zum agilen Fahrcharakter der Business-Limousine. Fotos: VN/Gasser
Die neue E-Klasse mit sportlichem Kühlergrill: Das passt gut zum agilen Fahrcharakter der Business-Limousine. Fotos: VN/Gasser
Stattliches Fahrzeug mit gutem Platzangebot.
Stattliches Fahrzeug mit gutem Platzangebot.
Innen: Upgrade in die First Class.
Innen: Upgrade in die First Class.

Fakten

Motor/Antrieb: 2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 194 PS, 400 Nm Drehmoment, Heckantrieb, 9-Gang-Automatikgetriebe

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 7,3 Sekunden, Spitze 240 km/h, Verbrauch 3,9 Liter (102 g CO2/km), Test: 5,1 Liter

Preis: ab 49.049 Euro; Testwagen: 71. 249 Euro