Rassiger Tiguan-Bruder aus Spanien

Motor / 24.03.2017 • 11:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit den Genen des VW Tiguan kann nichts schiefgehen: Mit dem Ateca hat jetzt auch Seat sein erstes Kompakt-SUV. Fotos: vn/Steurer
Mit den Genen des VW Tiguan kann nichts schiefgehen: Mit dem Ateca hat jetzt auch Seat sein erstes Kompakt-SUV. Fotos: vn/Steurer

Wie die VW-Tochter einen höchst attraktiven Tiguan-Bruder auf die Straße gebracht hat.

seat. Mit diesen Genen kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Der VW Tiguan ist ein Bestseller, der in der jüngsten Generation alle Verkaufserwartungen übertrifft. Und weil im Volkswagen-Konzern möglichst viele Marken davon profitieren sollen, wird das Erfolgskonzept brüderlich geteilt. Skoda und Seat dürfen sich ihre eigenen Tiguane bauen, die bei den Tschechen Kodiaq und bei den Spaniern Ateca heißen. Technisch sind sie Zwillinge. Die Konzernstrategen haben die unterschiedlichen Modelle auf ein und der gleichen Plattform allerdings anders positioniert. Differenzierung muss schließlich sein.

Der Ateca darf auf rassigen Spanier machen. Das beginnt schon bei der Optik, die deutlich frecher ist als jene des Tiguan. Die Design-DNA des sportlichen Leon wurde konsequent auf das erste Seat-SUV übertragen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der knackige Eindruck hat auch mit den Abmessungen zu tun. Der Ateca ist um zwei Zentimeter niedriger und um ganze 13 Zentimeter kürzer als sein großer Bruder. Das sieht gut aus, hat aber auch zur Folge, dass im Innenraum weniger Platz zur Verfügung steht. So ist der Kofferraum mit 485 Liter Ladevolumen bei den Allradvarianten doch deutlich kleiner. Das Platzangebot im Fond bleibt dabei jedoch unverändert.

Weil kleiner auch leichter bedeutet, gewinnt der Spanier dafür bei Agilität und Effizienz. Im Test sind wir das große 190-PS-Dieselaggregat gefahren, das es baugleich auch im Tiguan gibt. Der Spanier sprintet aber mit 7 Sekunden um fast eine Sekunde schneller auf Tempo 100 und zeigt sich mit nur fünf Litern Verbrauch auch ein wenig sparsamer (6,2 l im Test). Leichtfüßig schlängelt sich der Spanier durch Kurven, exzellent unterstützt von der direkten Lenkung. Die Federung: straff. Der rassige Bruder des ausgewogenen Tiguan punktet mit sportlichen Fahreigenschaften.

Ist der Ateca gar der bessere Tiguan? Viele sagen es. So weit muss man allerdings nicht unbedingt gehen. Denn trotz Verwandtschaft: Mit der vom Konzern gewählten Differenzierung gewinnen die Modelle an Eigenständigkeit. Sie sind zwar Geschwister, aber eben mit eigener Persönlichkeit. Besser oder schlechter hat hier keinen Platz. Der Begriff „sportliche Alternative“ trifft es schon eher.

Allradantrieb, 190 PS und viel Fahrdynamik.
Allradantrieb, 190 PS und viel Fahrdynamik.
Schicker Innenraum, feine VW-Technik.
Schicker Innenraum, feine VW-Technik.
Eindruck: Die technische Basis kommt von VW. Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe: alles vom Feinsten. Seat hat dem Ateca zudem seinen eigenen Charakter verpasst – einen sowohl optisch als auch fahrerisch höchst sportlichen.

Eindruck: Die technische Basis kommt von VW. Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe: alles vom Feinsten. Seat hat dem Ateca zudem seinen eigenen Charakter verpasst – einen sowohl optisch als auch fahrerisch höchst sportlichen.

Fakten

Motor/Antrieb: 2-Liter-Diesel mit 190 PS, 400 Nm Drehmoment, 4Drive Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 7 Sekunden, Spitze bei 212 km/h, Verbrauch 5 Liter (131 g CO2/km), Test: 6,2 Liter

Preis: ab 37.990 Euro; Testwagen: 44.672 Euro (Startpreis: 19.990)