Eine Reifeprüfung in der Finsternis

07.04.2017 • 12:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Land Rover Discovery bleibt ein Kletterkönig. Davon haben sich VN bei Testfahrten in einem Bergwerk überzeugen können. Werk
Der Land Rover Discovery bleibt ein Kletterkönig. Davon haben sich VN bei Testfahrten in einem Bergwerk überzeugen können. Werk

Ab in die Unterwelt: zwecks Begutachtung der ,,sieben Wunder des Discovery“.

Land Rover. Land Rover nimmt jegliche Mühen in Kauf, wenn es darum geht, die Erzeugnisse der britischen Traditionsmarke ins rechte Licht zu rücken. In der lückenlosen Finsternis eines saarländischen, vom österreichischen Bau-Giganten Porr betriebenen Dolomit-Bergwerks durfte der neue Discovery zeigen, was alles an hervorragenden Fähigkeiten in ihm steckt.

Also: Finsternis total herrscht in dem zweistöckigen Zweihundert-Grubenkilometer-Labyrinth nur, wenn man Scheinwerfer und Taschenlampen ausschaltet. Kein Ton, null Licht, Finsternis komplett. ,,Wer hier nicht wenigstens eine Taschenlampe hat, findet nie wieder hinaus“, sagt der Grubenführer. Wir scheitern an der Aufgabe, uns gegenseitig im Finstern an der Nase zu nehmen. Sobald die Disco-Tester ihre Extremtour beendet haben, wird wieder gesprengt.

Land Rover, stark aufstrebend, mit großen Plänen bei Magna in Graz, hat sich hingegen mit Treffsicherheit an der Nase genommen, den Disco aufgewertet wo, es nur geht. Keine leichte Aufgabe. Aber gelungen, weil die Offroad-Spezialisten unter ihrem indischen Eigner seit Jahren freier, kreativer arbeiten können als unter der US-Fuchtel.

Absoluter Kletterkönig

Wir wissen: Der Discovery zählt zu den absoluten Kletterkönigen. Jetzt, durch massiven Alu-Einsatz um fast eine halbe Tonne abgespeckt, fällt ihm die Offroad-Arbeit noch um etliches leichter. Der Fünf-Meter-Fullsize-Familien-Geländeprofi wirkt im neuen, frischen Design insgesamt beweglicher.

Weniger Speck ist eines der sieben Wunder. Der neue Innenraum das andere: sieben Sitze, alle ,,erwachsenenreif“, alle beheizbar, können im Handumdrehen in Position gebracht werden, sogar per Smartphone oder am Touchpad. Einzigartig, nennt sich ,,Intelligent Seat Fold“.

Was noch an Wundern? Die Hecktür ist nicht mehr zweigeteilt. Von der Asymetrie blieb nur noch ein Zitat rund ums Kennzeichen. Das ausklappbare ,,Bänkchen“ verschwindet hinter der Ladeklappe, die bis zu 2500 Liter Kofferraum eröffnet. Per Knopfdruck betätigt man die mit 300 Kilo schwer belastbare Bank.

Hightech mit an Bord

Weitere clevere Details: neun USB-Buchsen, sechs 12-Volt-Ladestationen, Wi-Fi-Hotspot für bis zu acht Endgeräte. Digital spielt sich’s ab im Disco, der ab Ende April bei den Händlern steht, zu Preisen ab 56.950 Euro. In Sachen Preis allerdings stark ausbaufähig.

Weitere Merkmale: vor allem das höhere Komfortniveau beim Fahren auf der Straße, verbunden allerdings mit einem dezenten Präzisionsverlust, was Lenkung und Seitenneigung betrifft. Andererseits strotzt der Siebensitzer nur so vor Assistenten. Und vor Einstellungen (Niveaus in einer Bandbreite von über einem halben Meter), die dem Abenteuerdrang entgegenkommen. Aber auch etwa bedrohten Lebensräumen. Land Rover hat den Ehrgeiz, ein starker Partner in der humanitären Hilfe zu sein.

An motorischer Kraft fehlt es nicht. Benziner und Diesel, Vier- und Sechszylinder, 180 bis 340 PS, übernehmen den Antrieb. Sanft gekoppelt mit einer ZF-Achtstufenautomatik, die über Schaltwippen auch manuellen Eingriff gestattet.

Mehr Luxus im Innenraum.
Mehr Luxus im Innenraum.
Auch in der neuen Generation ein Lademeister.
Auch in der neuen Generation ein Lademeister.

Fakten

Motoren: Benziner und Diesel, Vier- und Sechszylinder,180 bis 340 PS

Preise: ab 56.950 Euro

Markteinführung: Ende April