Schöner Wohnen in der City

15.03.2019 • 11:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Das Toyota-Nobellabel Lexus erweitert das SUV-Portfolio um ein „Urban Crossover“ (UX).

Lexus Aller guten Dinge sind drei. Nach diesem Grundsatz verfährt derzeit so gut wie jeder namhafte Hersteller, der SUV-seitig etwas auf sich hält (die Derivate sind dabei nicht miteingerechnet), und besetzt die Kategorien subkompakt, kompakt und darüber. Für Ersteres nutzt Lexus, die Nobel-Submarke von Toyota, jene skalierbare Konzern-Bodengruppe, auf der auch der C-HR baut. Obwohl ebenfalls in unverkennbar markigem Manga-Stil eingekleidet, legte man beim UX – das steht für City-Crossover – noch eins drauf. Der knapp 4,5 Meter lange Fünfsitzer, eingekleidet mit scharf konturierter kantiger Eleganz auf japanische Art, schaut richtig grimmig drein. Was keine Rückschlüsse auf seine Eigenschaften zulässt. Der Hochbeiner offeriert ein fein eingerichtetes Interieur à la „Schöner Wohnen“. Mit feinem Leder bezogen und akkurat abgesteppt können nicht nur die kommoden und dennoch festen, guten Seitenhalt bietenden Sitze sein, ebenso die Tapezierung von Armaturenboard, Türen und Dachhimmel. Auch plüschig wirkendes Rot findet sich in der Farben-Skala für die Topausstattungsversionen.

Hybrid und CVT

Motorisch blieb Lexus beim Bekenntnis zur Hybrid-Technologie. Im UX kooperieren, wie im neuen Corolla, ein Zweiliter-Benziner mit 152 PS und ein E-Aggregat mit 109 PS, was eine Systemleistung von recht sanft abgelieferten 184 PS an der Vorderachse ergibt (bei rund 1,6 Tonnen Gewicht). Sparsames Vorankommen steht im Vordergrund. Zackiges Sprinten ist nicht die Absicht, die hinter den Fronttriebler gesteckt wurde. Was auch auf die e-Four-Version zutrifft, in der ein zweiter E-Motor mit sieben PS Leistung an der Hinterachse für Traktionsunterstützung sorgt. Ein echter Allradantrieb ergibt sich daraus nicht. Doch ist der UX ohnehin nicht fürs Wühlen in wildem Gelände gedacht, sondern für selbstbewusstes Mitmischen auf Stadt- und Landstraßen. Auf ersterem Terrain spielt dabei das elektrisch unterstützte CVT-Getriebe recht elegant mit und bleibt akustisch dezent im Hintergrund. Will man im Zuge von Steigungen oder Autobahnauffahrten schnell Meter gewinnen hält die superbe Geräuschdämmung die Aufheul-Tendenzen der stufenlosen Automatik genauso wie Abroll- und Windgeräusche nonchalant im Zaum.

Eingebettet ist das Antriebssystem in ein gar nicht plüschiges Fahrwerk. Es ist sportlich-knackig, doch weit entfernt von hart und stoßig. Geführt wird der UX an einer fast ungewohnt direkten Lenkung. Das ergibt in Summe feine und präzise Agilität in engen City-Gassen ebenso wie auf winkeligen Kurvenstraßen. Die Bremsen arbeiten unauffällig, dafür höchst wirkungsvoll.

Überschaubar großer Kofferraum

Nicht ganz oben im Auftragsheft stand bei der Entwicklung des City-Crossover das Kapitel Gepäcktransport, das mag mit ein Merkmal von Unkonventionalität sein. Die Kofferraum-Maße wirken einigermaßen bescheiden, mit 320 bis 428 Litern Volumen in der rein frontgetriebenen Version. Das elektrisch generierte 4×4-System reduziert das nochmals, auf 283 bis 401 Liter. Doch passen mindestens zwei Kabinentrolleys plus zusätzliches Kleinzeug problemlos hinter die Heckklappe, man muss nicht stopfen. Dafür können die Passagiere selbst im Innenraum nicht über Platzmangel klagen.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Hybridantrieb mit 184 PS Systemleistung, CVT-Automatik, Front- oder Elektro-Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,5 Sek; Spitze 177 km/h, Verbrauch 4,1 l

Marktstart/Preis April/ab 36.990 Euro/ e-Four ab 48.690 Euro