Was Sen-Holz aus dem Musikinstrumentenbau im neuen Mazda6 verloren hat

Motor / 16.03.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Optischer Feinschliff für den Mazda6 Sport Combi.VN/Stiplovsek
Optischer Feinschliff für den Mazda6 Sport Combi.VN/Stiplovsek

Mazda6 Sport Combi im VN-Autotest: Mazda hat sein Kombi-Flaggschiff umfangreich aufgewertet.

Mazda Mazda hat sein Flaggschiff einem Facelift unterzogen. Von Außen darf man durchaus auch ein zweites Mal hinschauen. Dass die optischen Änderungen dezent ausgefallen sind, hat Gründe: schon bisher zählte der Mazda6 zu den Beaus im Segment. Entsprechend behutsam sind die Designer bei der Weiterentwicklung vorgegangen, haben den Fokus auf die Front gelegt. Der neu gestaltete Kühlergrill zählt zu den markantesten Änderungen. Er soll helfen, den optischen Schwerpunkt des Fahrzeugs zu senken. Modifikationen an den Heckleuchten und neue, stattlichere Endrohre runden die Überarbeitung am Außendesign ab. Mehr war auch nicht zu tun.

Kein Stein auf dem anderen blieb indes im Innenraum, der eine deutliche Aufwertung erfahren hat. Wenn japanischer Luxus Einzug hält, dann sollte man ein Auge auf die Materialien werfen. „Aus gutem Holz geschnitzt“, beschreibt Charakter und Qualitätsanmutung ziemlich gut. Sen-Holz, das vornehmlich für den Bau von Musikinstrumenten Verwendung findet, ziert das Cockpit. Auch Nappa-Leder hat den Weg in den 4,8-Meter langen Sport-Combi gefunden. Vorausgesetzt, man sitzt in einem Modell der Ausstattungsversion „Takumi Plus“. Wofür das steht? „All-Inclusive“ trifft es wohl recht gut, wenn auch nicht wörtlich übersetzt. Alles drin – inklusive einem auf jetzt acht Zoll vergrößerten Display und jede Menge Fahrerassistenzsysteme. Unabhängig von der Ausstattungsvariante ist Ruhe eingekehrt. Umfangreiche Maßnahmen bei der Geräuschdämmung machen des Mazda6 zum Leisetreter. Auch das hat mit Komfort zu tun. Und noch eine Verbesserung sei erwähnt: Das Gestühl ist deutlich breiter geworden, was auf langen Strecken ein Segen ist.

Mit Segen hat auch das überarbeitete Fahrwerk zu tun. Neue Dämpfer heben den Fahrkomfort auf ein nicht gekanntes Niveau. In dieser Preisklasse setzt der Mazda6 damit Maßstäbe. Wobei der Grundcharakter in der Zurückhaltung liegt. Sportskanone ist das Mazda-Flaggschiff keines.

Neuer Innenraum: Feinstes Sen-Holz, Nappa-Leder und Softtouchmaterialien.vn/Stiplovsek
Neuer Innenraum: Feinstes Sen-Holz, Nappa-Leder und Softtouchmaterialien.vn/Stiplovsek

Größere Kombis werden in Österreich in der Regel von Selbstzündern angetrieben. Mazda bietet mit dem 194-PS-stark Top-Benziner eine attraktive Alternative, wie der Test gezeigt hat. Die Fahrleistungen sind mehr als ordentlich. 0 auf 100 in 8,1 Sekunden, Spitze bei 223 km/h. Gekoppelt ist das 2,5-Liter-Aggregat an ein 6-Gang-Automatikgetriebe, das fein abgestuft schaltet. Weil geringes Gewicht (1421 Kilogramm) auf innovative Technologie trifft, sind die Verbrauchswerte okay. Bei konstantem Tempo und unter geringer Last werden zwei Zylinder abgeschaltet. Das hilft beim Spritsparen. So kann der geräumige Kombi mit deutlich unter acht Litern Sprit auf 100 Kilometer bewegt werden (Normverbrauch: 6,8 Liter). Unverändert gut sind die Talente als Lastesel. Mit 522 Liter Ladevolumen erweiterbar auf 1648 packt der Sport Combi ordentlich was weg.

Fazit: Auch wenn man es zumindest äußerlich nicht auf den ersten Blick sieht, so hat sich doch einiges getan. Mazda hat bei seinem Kombi-Flaggschiff am stimmigen Gesamteindruck gearbeitet – und das durchaus erfolgreich.

Mazda6 G194 Sport Combi

Motor/Antrieb 2,5-Liter Benziner mit 194 PS, 258 Nm Drehmoment, Automatik, Frontantrieb

Fahrleistungen/Verbrauch 0 auf 100 in 8,1 Sek; Spitze 223 km/h, Verbrauch 6,8 l (Test: 7,6 Liter)

Preis ab 36.690 Euro (G145 Attraction); Testwagen: 45.760 Euro

Geräumiger Kombi mit großem Kofferraum. vn/Stiplovsek
Geräumiger Kombi mit großem Kofferraum. vn/Stiplovsek